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Kann ein Transport-Management-System Leerfahrten automatisch erkennen und reduzieren?

Ja, ein Transport-Management-System kann Leerfahrten automatisch erkennen und aktiv dazu beitragen, sie zu reduzieren. Moderne TMS-Software analysiert Routen, Auftragslagen und Fahrzeugpositionen in Echtzeit und schlägt automatisch Optimierungen vor, bevor ein Fahrer überhaupt losfährt. Das gilt für Transportunternehmen jeder Größe, vom kleinen Fuhrpark bis zur großen Flotte mit komplexen Tourenstrukturen. In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um Leerfahrten und TMS-Software.

Wie erkennt ein TMS eine Leerfahrt automatisch?

Ein Transport-Management-System erkennt eine Leerfahrt, indem es die geplante Route eines Fahrzeugs mit dem aktuellen Auftragsbestand abgleicht. Fährt ein Fahrzeug eine Strecke ohne aktiven Transportauftrag, markiert das System diese Fahrt automatisch als unproduktiv. Das passiert in Echtzeit, auf Basis von GPS-Daten und der digitalen Auftragsplanung.

Konkret funktioniert das so: Das TMS weiß zu jedem Zeitpunkt, wo sich welches Fahrzeug befindet und ob es beladen oder leer ist. Sobald ein Fahrzeug nach einer Auslieferung ohne Rückladung auf dem Weg zurück zum Depot ist, erkennt das System diese Situation und kann sofort reagieren. Es sucht automatisch nach offenen Aufträgen in der Nähe, die sich mit der geplanten Rückroute verbinden lassen.

Diese Erkennung basiert auf dem Vergleich von Ist- und Soll-Daten. Das System gleicht die tatsächliche Fahrzeugposition mit der optimalen Tourenplanung ab und zeigt Abweichungen sofort im Dashboard an. Disponenten sehen auf einen Blick, welche Fahrzeuge gerade leer unterwegs sind und wo Handlungsbedarf besteht.

Welche Ursachen haben Leerfahrten im Transportwesen?

Leerfahrten entstehen vor allem durch unausgewogene Transportströme, schlechte Auftragsplanung und fehlende Echtzeitinformationen. In der Praxis fahren viele Fahrzeuge nach einer Auslieferung leer zurück, weil kein Rückladungsauftrag vorhanden ist oder weil der Disponent keine passende Fracht in der Nähe kennt.

Die häufigsten Ursachen lassen sich in drei Bereiche einteilen:

  • Geografische Ungleichgewichte: Transportströme verlaufen oft in eine Richtung. Waren werden in Ballungsräume geliefert, aber es gibt weniger Aufträge für den Rückweg in ländliche Gebiete.
  • Mangelnde Vernetzung: Wenn Auftragseingang, Tourenplanung und Fahrzeugverfolgung in getrennten Systemen laufen, fehlt dem Disponenten der nötige Überblick, um schnell eine Rückladung zu organisieren.
  • Kurzfristige Auftragsänderungen: Stornierungen, Verschiebungen oder spontane Zusatzaufträge bringen die ursprüngliche Planung durcheinander und hinterlassen Lücken im Tourenprogramm.
  • Fehlende Automatisierung: Wer Routen noch manuell plant, hat schlicht nicht die Kapazität, in Echtzeit auf jede Änderung zu reagieren und sofort eine Alternative zu finden.

Interessant ist, dass viele Leerfahrten nicht durch äußere Umstände entstehen, sondern durch Informationslücken im eigenen Betrieb. Ein TMS schließt genau diese Lücken.

Wie reduziert ein TMS Leerfahrten konkret?

Ein TMS reduziert Leerfahrten, indem es Aufträge, Routen und Fahrzeugkapazitäten automatisch miteinander verknüpft und immer die effizienteste Kombination vorschlägt. Das System plant nicht nur einzelne Touren, sondern optimiert das gesamte Netzwerk aller verfügbaren Fahrzeuge und offenen Aufträge gleichzeitig.

In der Praxis bedeutet das:

  • Das TMS schlägt automatisch Rückladungen vor, wenn ein Fahrzeug nach einer Auslieferung leer wäre.
  • Es kombiniert mehrere kleinere Aufträge zu einer effizienten Tour, statt für jeden Auftrag eine separate Fahrt einzuplanen.
  • Bei kurzfristigen Änderungen plant das System die betroffenen Touren sofort neu und sucht nach der nächstbesten Alternative.
  • Disponenten erhalten proaktive Hinweise, wenn ein Fahrzeug bald leer unterwegs sein wird, und können früh handeln.

Besonders wirkungsvoll ist die Kombination aus automatischer Tourenoptimierung und Echtzeit-Fahrzeugverfolgung. So reagiert das System nicht nur auf geplante Situationen, sondern auch auf unvorhergesehene Ereignisse wie Verspätungen oder Stornierungen.

Was kostet eine Leerfahrt ein Transportunternehmen wirklich?

Eine Leerfahrt kostet ein Transportunternehmen nicht nur Treibstoff, sondern auch Fahrzeit, Fahrzeugverschleiß und entgangene Umsätze. Die tatsächlichen Kosten sind deutlich höher als nur der Dieselpreis für die betreffende Strecke.

Wenn man die realen Kosten einer Leerfahrt aufschlüsselt, kommen mehrere Faktoren zusammen:

  • Direkte Fahrtkosten: Kraftstoff, Maut und Fahrzeugverschleiß für eine Strecke, die keinen Umsatz generiert.
  • Personalkosten: Der Fahrer wird bezahlt, erbringt aber keine wertschöpfende Leistung für das Unternehmen.
  • Entgangener Umsatz: Ein Fahrzeug, das leer fährt, hätte in dieser Zeit einen bezahlten Auftrag ausführen können.
  • CO2-Kosten: Ab 2026 werden Emissionskosten immer relevanter. Leerfahrten belasten die CO2-Bilanz des Unternehmens ohne wirtschaftlichen Gegenwert.

Je nach Fahrzeugtyp, Streckenlänge und Kraftstoffpreisen kann eine einzelne Leerfahrt schnell mehrere hundert Euro kosten. Bei einem größeren Fuhrpark mit vielen Leerfahrten pro Woche summiert sich das zu einem erheblichen wirtschaftlichen Verlust, der sich mit besserer Planung vermeiden ließe.

Welche TMS-Funktionen sind für die Leerfahrtenreduktion wichtig?

Für die Reduzierung von Leerfahrten sind vor allem die automatische Tourenoptimierung, die Echtzeit-Fahrzeugverfolgung und die integrierte Auftragsplanung wichtig. Diese drei Funktionen arbeiten zusammen und bilden die Grundlage für eine leerfahrtenarme Disposition.

Automatische Tourenoptimierung

Eine gute Tourenoptimierung berücksichtigt nicht nur die kürzeste Route, sondern auch Fahrzeugkapazitäten, Zeitfenster, Kundenvorgaben und die Möglichkeit, Rückladungen einzuplanen. Eigene Optimierungsalgorithmen berechnen dabei tausende mögliche Kombinationen in Sekunden und wählen die wirtschaftlichste Lösung aus. Das ist manuell schlicht nicht möglich.

Echtzeit-Überwachung und Ist-Soll-Vergleich

Die Echtzeit-Fahrzeugverfolgung zeigt jederzeit, wo sich jedes Fahrzeug befindet und ob es beladen ist. Der direkte Vergleich von geplanter und tatsächlicher Tour deckt Abweichungen sofort auf. So kann der Disponent eingreifen, bevor ein Fahrzeug unnötig leer eine lange Strecke zurücklegt.

Integration mit anderen Systemen

Ein TMS, das sich nahtlos mit ERP-Systemen, Lagerverwaltungssoftware und Auftragsmanagement verbindet, hat immer den aktuellsten Auftragsbestand zur Verfügung. Das ist wichtig, weil Leerfahrten oft entstehen, wenn Informationen zwischen verschiedenen Systemen nicht synchronisiert sind und der Disponent nicht weiß, welche neuen Aufträge gerade eingegangen sind.

Lassen sich Leerfahrten mit einem TMS vollständig vermeiden?

Nein, Leerfahrten lassen sich mit einem TMS nicht vollständig vermeiden, aber sie lassen sich deutlich reduzieren. Manche Leerfahrten sind strukturell bedingt, etwa wenn es in einer Region schlicht keine Rückladungsaufträge gibt. Ein TMS minimiert jedoch alle vermeidbaren Leerfahrten durch bessere Planung und schnellere Reaktion auf Veränderungen.

Realistisch betrachtet gibt es immer Situationen, in denen ein Fahrzeug leer fahren muss. Ein Fahrzeug, das für einen speziellen Transport ausgerüstet ist, lässt sich nicht für jeden Rückladungsauftrag nutzen. Auch geografische oder zeitliche Einschränkungen können eine Rückladung unmöglich machen.

Was ein TMS jedoch zuverlässig erreicht: Es sorgt dafür, dass keine Leerfahrt aus Unwissenheit oder schlechter Planung entsteht. Das System schöpft alle realen Möglichkeiten aus, bevor ein Fahrzeug leer losfährt. In der Praxis bedeutet das für die meisten Transportunternehmen eine spürbare Verbesserung der Auslastung und niedrigere Betriebskosten.

Wichtig ist auch, dass ein TMS im Laufe der Zeit immer besser wird. Je mehr historische Daten das System hat, desto präziser kann es Muster erkennen und die Planung vorausschauend optimieren, statt nur auf aktuelle Situationen zu reagieren.

Wie FleetGO bei der Reduzierung von Leerfahrten hilft

Wir bei FleetGO haben das TMS Enterprise entwickelt, um genau die Herausforderungen zu lösen, die in diesem Artikel beschrieben werden. Unsere Lösung kombiniert automatische Tourenoptimierung, Echtzeit-Fahrzeugverfolgung und intelligente Auftragsplanung in einer zentralen Plattform.

Konkret bietet unser TMS folgende Funktionen für die Leerfahrtenreduktion:

  • Eigene Optimierungsalgorithmen, die Rückladungsmöglichkeiten automatisch erkennen und in die Tourenplanung einbinden
  • Echtzeit-Überwachung aller Fahrzeuge mit direktem Ist-Soll-Vergleich für schnelle Reaktionen bei Abweichungen
  • Nahtlose Integration mit ERP-Systemen und anderen Softwareplattformen, damit immer der aktuelle Auftragsbestand verfügbar ist
  • Strategische und operative Planung in einem System, von der Jahresplanung bis zur spontanen Umplanung bei Stornierungen
  • Übersichtliche Dashboards für Disponenten, die auf einen Blick zeigen, welche Fahrzeuge gerade unproduktiv unterwegs sind

Unser TMS Enterprise ist Teil der ersten von Fraunhofer IML in Europa vollständig validierten Software-Suite und erfüllt alle Anforderungen der VDI-Richtlinie 3601. Möchtest du sehen, wie unsere TMS-Software in deinem Betrieb funktioniert? Nimm Kontakt mit uns auf und wir zeigen dir, was mit deinem Fuhrpark möglich ist.

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