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Was passiert mit den Daten, wenn man eine Fahrtenbuch App kündigt?

Wenn du eine Fahrtenbuch-App kündigst, verschwinden deine Daten nicht automatisch sofort. Was genau passiert, hängt vom jeweiligen Anbieter und dessen Datenschutzrichtlinien ab. Dein Konto wird in der Regel deaktiviert, aber die gespeicherten Fahrtenhistorien, Standortdaten und Berichte bleiben oft noch für eine gewisse Zeit erhalten. Hier beantworte ich die wichtigsten Fragen rund um Datenspeicherung, Export und den sicheren Wechsel zu einer neuen App.

Was passiert mit deinen Fahrtenbuch-Daten nach der Kündigung?

Nach der Kündigung einer Fahrtenbuch-App wird dein Konto in den meisten Fällen zunächst deaktiviert, nicht sofort gelöscht. Das bedeutet: Du kannst dich nicht mehr anmelden, aber deine Daten bleiben auf den Servern des Anbieters gespeichert. Erst nach einer bestimmten Frist, die je nach Anbieter unterschiedlich lang ist, werden die Daten tatsächlich gelöscht.

Dieser Unterschied zwischen sofortiger Sperrung und verzögerter Löschung ist wichtig zu verstehen. Deine Fahrtenhistorie, Standortdaten und gespeicherten Berichte sind zwar nicht mehr für dich zugänglich, existieren aber noch. Manche Anbieter bieten in dieser Übergangszeit noch die Möglichkeit, Daten zu exportieren oder das Konto zu reaktivieren.

Praktisch heißt das: Warte nicht bis nach der Kündigung, um deine Daten zu sichern. Sobald das Konto deaktiviert ist, hast du oft keinen Zugriff mehr auf die Exportfunktionen.

Wie lange speichern Fahrtenbuch-Apps deine Daten nach der Kündigung?

Die Aufbewahrungsfristen variieren stark. Viele Anbieter löschen Daten 30 bis 90 Tage nach der Kündigung. Manche behalten sie bis zu einem Jahr, andere löschen schneller. Steuerrelevante Fahrtenbuchdaten für steuerliche Zwecke unterliegen in Deutschland einer gesetzlichen Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren, was jedoch für dich als Nutzer gilt, nicht für den App-Anbieter.

Der Anbieter ist nicht verpflichtet, deine Daten zehn Jahre lang für dich vorzuhalten. Du bist selbst dafür verantwortlich, steuerlich relevante Aufzeichnungen sicher und zugänglich aufzubewahren. Das bedeutet: Exportiere deine Fahrtenbuchdaten rechtzeitig und speichere sie lokal oder in einem eigenen Cloud-Speicher.

Lies vor der Kündigung die Datenschutzerklärung und die AGB des Anbieters, um die genaue Löschfrist zu kennen. Diese Information ist oft im Abschnitt zur Datenverarbeitung oder zu Kündigungsmodalitäten zu finden.

Kannst du deine Fahrtenbuch-Daten vor der Kündigung exportieren?

Ja, die meisten Fahrtenbuch-Apps bieten Exportoptionen an. Typische Formate sind PDF, CSV und Excel. PDF eignet sich gut für die Vorlage beim Finanzamt, während CSV und Excel die Daten weiterverarbeitbar machen. Der Export sollte unbedingt vor der Kündigung erfolgen, da danach der Zugriff auf das Konto oft nicht mehr möglich ist.

Gehe dazu in die Einstellungen oder in den Bereich „Berichte“ deiner App und suche nach einer Export- oder Download-Funktion. Exportiere alle relevanten Zeiträume, nicht nur das aktuelle Jahr. Denke daran, dass du Fahrtenbuchdaten für steuerliche Zwecke bis zu zehn Jahre aufbewahren musst.

Speichere die exportierten Dateien an einem sicheren Ort, zum Beispiel auf einer externen Festplatte und zusätzlich in einem Cloud-Dienst. So bist du auch dann abgesichert, wenn ein Gerät ausfällt.

Was sagt der Datenschutz zur Löschung deiner Fahrtenbuch-Daten?

Die DSGVO gibt dir konkrete Rechte gegenüber App-Anbietern. Das Recht auf Löschung (Art. 17 DSGVO) erlaubt dir, die vollständige Löschung deiner personenbezogenen Daten zu verlangen, sobald kein berechtigtes Interesse des Anbieters mehr besteht. Das Recht auf Datenübertragbarkeit (Art. 20 DSGVO) gibt dir das Recht, deine Daten in einem gängigen, maschinenlesbaren Format zu erhalten.

Das bedeutet praktisch: Du kannst nach der Kündigung beim Anbieter schriftlich die Löschung deiner Daten beantragen. Gleichzeitig kannst du vor der Kündigung verlangen, deine Daten in einem übertragbaren Format zu erhalten, falls die App keinen direkten Export anbietet.

Bewahre eine Kopie deiner Löschanfrage auf. Anbieter müssen in der Regel innerhalb eines Monats antworten und die Löschung bestätigen oder begründen, warum sie Daten noch aufbewahren.

Wie wechselst du sicher zu einer neuen Fahrtenbuch-App, ohne Datenverlust zu riskieren?

Ein Anbieterwechsel ist gut machbar, wenn du ihn strukturiert angehst. Der wichtigste Grundsatz: Kündige erst, wenn du alle Daten gesichert hast und die neue App läuft. So entstehen keine Lücken in deinen Aufzeichnungen.

  • Daten exportieren: Lade alle Fahrtenbuchdaten aus der alten App herunter, bevorzugt in PDF und CSV.
  • Neue App einrichten: Richte die neue Fahrtenbuch-App vollständig ein und teste sie, bevor du die alte kündigst.
  • Übertragbarkeit prüfen: Prüfe, ob die neue App Daten aus der alten importieren kann, um die Historie lückenlos weiterzuführen.
  • Aufbewahrungsfristen beachten: Stelle sicher, dass exportierte Daten für mindestens zehn Jahre zugänglich aufbewahrt werden.
  • Kündigung dokumentieren: Bewahre die Kündigungsbestätigung und, falls gewünscht, die Löschanfrage schriftlich auf.

Wenn du ein Fuhrparkmanagementsystem oder eine GPS-Telematiklösung nutzt, lohnt es sich zu prüfen, ob die Fahrtenbuchfunktion direkt dort integriert werden kann. Das reduziert den Aufwand beim nächsten Wechsel erheblich, weil alle Daten zentral gespeichert bleiben. Wir bei FleetGO bieten genau das: eine integrierte Lösung, die Fahrzeugdaten, Kilometerleistung und Fahreraktivitäten auf einer Plattform zusammenführt, sodass du nicht auf separate Apps angewiesen bist.

Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Gesetze und Vorschriften unterliegen Änderungen – aus dem Inhalt dieses Artikels können daher keine Rechte abgeleitet werden. Konsultieren Sie stets einen Rechts- oder Finanzspezialisten und überprüfen Sie die aktuellsten Informationen bei den zuständigen offiziellen Behörden.

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