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Wie bekomme ich den Fahrerqualifizierungsnachweis?

Den Fahrerqualifizierungsnachweis erhältst du, indem du eine anerkannte Weiterbildung im Umfang von 35 Stunden absolvierst und den Nachweis anschließend bei der zuständigen Behörde beantragst. Der Eintrag erscheint dann in deinem Führerschein. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Nachweis – von den Voraussetzungen über den Ablauf der Weiterbildung bis hin zu den Kosten.

Was ist der Fahrerqualifizierungsnachweis und wer braucht ihn?

Der Fahrerqualifizierungsnachweis (FQN) ist ein gesetzlich vorgeschriebener Nachweis für Berufskraftfahrer. Er belegt, dass sie die erforderliche Qualifikation für den gewerblichen Transport besitzen. Die Grundlage bildet das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG), das die europäische Richtlinie 2003/59/EG in deutsches Recht umsetzt.

Benötigt wird der Nachweis von Fahrern, die Fahrzeuge der Klassen C, CE, C1, C1E (Güterverkehr) oder D, DE, D1, D1E (Personenverkehr) gewerblich führen. Das gilt sowohl für angestellte Fahrer als auch für Selbstständige.

Nicht betroffen sind Privatfahrer, Fahrer von Fahrzeugen mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h sowie Fahrer, die Fahrzeuge für nichtgewerbliche Zwecke nutzen. Auch bestimmte Einsatzkräfte, etwa bei Feuerwehr oder Polizei, sind unter bestimmten Bedingungen ausgenommen.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen, um den Fahrerqualifizierungsnachweis zu erhalten?

Du brauchst einen gültigen Führerschein der entsprechenden Klasse, einen Wohnsitz in der EU sowie den Nachweis einer abgeschlossenen Grundqualifikation oder einer regelmäßigen Weiterbildung. Das Mindestalter hängt von der Fahrzeugklasse und der Art der Qualifikation ab.

Auf dem Weg zur Berufskraftfahrerqualifikation gibt es zwei Varianten. Die reguläre Grundqualifikation umfasst eine theoretische und eine praktische Prüfung und ist in der Regel mit dem Erwerb des Führerscheins der entsprechenden Klasse verbunden. Die beschleunigte Grundqualifikation besteht aus einem Lehrgang von 140 Stunden ohne abschließende Fahrprüfung, ermöglicht aber einen früheren Berufseinstieg.

Nach der Grundqualifikation ist der Nachweis fünf Jahre gültig. Danach verlängerst du ihn durch eine Weiterbildung von 35 Stunden alle fünf Jahre.

Wie läuft die Weiterbildung für den Fahrerqualifizierungsnachweis ab?

Die Pflichtweiterbildung umfasst 35 Stunden, aufgeteilt in fünf Module à sieben Stunden. Du absolvierst sie bei einer staatlich anerkannten Ausbildungsstätte, beispielsweise bei einem Fahrschulbetrieb, einer Berufsschule oder einem spezialisierten Weiterbildungsträger.

Die Themenbereiche decken unter anderem folgende Inhalte ab:

  • Sicherheitstechnisches Fahren und Unfallverhütung
  • Wirtschaftliches Fahren und Kraftstoffeffizienz
  • Ladungssicherung und Transportrecht
  • Gesundheit, Verkehrssicherheit und Sozialvorschriften
  • Kundenorientierung und Dienstleistungsqualität

Die Teilnahme wird von der Ausbildungsstätte dokumentiert. Du erhältst nach Abschluss eine Bescheinigung, die du für den Antrag auf Eintragung im Führerschein benötigst. Die Module lassen sich auf mehrere Termine aufteilen, was die Planung neben dem Berufsalltag erleichtert.

Wo und wie beantragst du den Fahrerqualifizierungsnachweis?

Den Antrag stellst du bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde deines Wohnorts. Diese leitet die Daten an das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) weiter, das die Eintragung im Führerschein veranlasst. Der Nachweis erscheint als Schlüsselzahl im Feld 12 des Führerscheins.

Folgende Unterlagen brauchst du in der Regel:

  • Ausgefüllter Antrag auf Eintragung der Schlüsselzahl 95
  • Gültiger Führerschein der entsprechenden Klasse
  • Bescheinigung der Ausbildungsstätte über die abgeschlossene Weiterbildung
  • Lichtbildausweis
  • Biometrisches Passfoto

Die Bearbeitungszeit variiert je nach Behörde, liegt aber typischerweise zwischen zwei und vier Wochen. In dringenden Fällen lohnt sich eine direkte Rückfrage bei der Behörde.

Was kostet der Fahrerqualifizierungsnachweis und wer übernimmt die Kosten?

Die Gesamtkosten setzen sich aus den Weiterbildungsgebühren, möglichen Prüfungskosten und Verwaltungsgebühren zusammen. Für die 35-stündige Weiterbildung rechne mit Kosten zwischen 300 und 700 Euro, abhängig vom Anbieter, der Region und dem gewählten Format. Verwaltungsgebühren für die Eintragung im Führerschein liegen üblicherweise im zweistelligen Bereich.

Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten, da die Qualifikation gesetzlich vorgeschrieben ist. Darüber hinaus gibt es Fördermöglichkeiten durch Berufsgenossenschaften oder über das Qualifizierungschancengesetz, das Unternehmen und Beschäftigte bei Weiterbildungsmaßnahmen finanziell unterstützt.

Selbstständige Berufskraftfahrer können die Kosten in der Regel steuerlich als Betriebsausgaben geltend machen. Es lohnt sich, vor der Buchung beim Anbieter nach möglichen Förderungen zu fragen.

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Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Gesetze und Vorschriften unterliegen Änderungen – aus dem Inhalt dieses Artikels können daher keine Rechte abgeleitet werden. Konsultieren Sie stets einen Rechts- oder Finanzspezialisten und überprüfen Sie die aktuellsten Informationen bei den zuständigen offiziellen Behörden.

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