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Wie rüstet man ein Fahrzeug für die Fahrtenschreiber Pflicht nach?

Um ein Fahrzeug für die Fahrtenschreiberpflicht nachzurüsten, lässt man einen zugelassenen Tachographen von einer amtlich anerkannten Werkstatt einbauen und kalibrieren. Welcher Gerätetyp vorgeschrieben ist, hängt vom Erstzulassungsdatum des Fahrzeugs und der Art des Einsatzes ab. In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Nachrüstung: von den betroffenen Fahrzeugen über Kosten bis hin zu möglichen Strafen.

Welche Fahrzeuge sind von der Fahrtenschreiberpflicht betroffen?

Die Fahrtenschreiberpflicht gilt grundsätzlich für Fahrzeuge im gewerblichen Güterverkehr mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen sowie für Fahrzeuge zur gewerblichen Personenbeförderung mit mehr als neun Sitzplätzen (einschließlich Fahrersitz). Diese Regelung basiert auf der EU-Verordnung (EG) Nr. 561/2006 und gilt für alle Fahrten, die unter diese Verordnung fallen.

Bestimmte Fahrzeuge sind von der Pflicht ausgenommen, zum Beispiel Fahrzeuge des Handwerks, die im Umkreis von 100 Kilometern vom Betriebssitz eingesetzt werden, Fahrzeuge der Streitkräfte oder Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Polizei. Wer sich nicht sicher ist, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, sollte dies beim zuständigen Bundesamt für Güterverkehr (BAG) oder von einem Fachanwalt prüfen lassen.

Wichtig: Auch wenn ein Fahrzeug ursprünglich unter eine Ausnahmeregelung fiel, kann sich das durch eine Änderung des Einsatzbereichs oder des Fahrzeuggewichts schnell ändern. Es lohnt sich, die eigene Flotte regelmäßig zu überprüfen.

Welche Arten von Fahrtenschreibern gibt es für die Nachrüstung?

Für die Nachrüstung kommen grundsätzlich drei Typen von Fahrtenschreibern in Frage: der analoge Tachograph, der digitale Tachograph und der intelligente Tachograph (Smart Tachograph). Welcher Typ eingebaut werden muss, hängt vom Zulassungsdatum des Fahrzeugs und den aktuell geltenden EU-Vorschriften ab.

Analoger Tachograph

Der analoge Tachograph zeichnet Fahrdaten auf Schaublättern aus Papier auf. Er ist für Neufahrzeuge schon seit Jahren nicht mehr zulässig, kann aber in älteren Fahrzeugen, die ursprünglich damit ausgestattet wurden, weiterhin betrieben werden. Eine Nachrüstung mit einem analogen Gerät ist für neue Zulassungen nicht mehr möglich.

Digitaler und intelligenter Tachograph

Seit 2006 sind neue Fahrzeuge mit digitalen Tachographen auszurüsten. Seit 2019 gilt für Neufahrzeuge der Smart Tachograph (Version 1), der eine GNSS-Ortung und eine Schnittstelle zur Fernkommunikation bietet. Seit August 2023 ist für neu zugelassene Fahrzeuge der Smart Tachograph Version 2 vorgeschrieben, der unter anderem eine automatische Grenzüberquerungsaufzeichnung ermöglicht. Wer ein Fahrzeug nachrüstet, das bislang ohne oder mit einem veralteten Gerät betrieben wurde, muss in der Regel den aktuell vorgeschriebenen Gerätetyp einbauen lassen.

Wie läuft die Nachrüstung eines Fahrzeugs mit einem Tachographen ab?

Die Nachrüstung eines Fahrzeugs mit einem Fahrtenschreiber erfolgt ausschließlich durch eine amtlich anerkannte Tachographenwerkstatt. Diese Werkstätten sind vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zugelassen und dürfen Tachographen einbauen, kalibrieren und versiegeln. Der Ablauf ist klar strukturiert und lässt sich in wenige Schritte unterteilen.

  1. Werkstatt auswählen: Eine zugelassene Tachographenwerkstatt in der Nähe finden. Die Liste der anerkannten Werkstätten ist beim KBA abrufbar.
  2. Fahrzeugdaten bereitstellen: Fahrzeugschein, technische Daten (Reifengröße, Achsübersetzung) und gegebenenfalls die Fahrerkarte mitbringen.
  3. Einbau und Kalibrierung: Die Werkstatt baut den Tachographen ein und kalibriert ihn auf die spezifischen Fahrzeugparameter. Dabei wird das Gerät auf die genaue Wegimpulszahl des Fahrzeugs eingestellt.
  4. Versiegelung: Nach dem Einbau wird der Tachograph plombiert. Das Siegel darf nur von einer zugelassenen Werkstatt geöffnet werden.
  5. Einbauschild: Die Werkstatt bringt ein Einbauschild an, das die Kalibrierungsdaten dokumentiert. Dieses Schild muss im Fahrzeug sichtbar angebracht sein.

Nach dem Einbau muss der Tachograph alle zwei Jahre von einer zugelassenen Werkstatt geprüft werden. Diese Prüfintervalle sind gesetzlich vorgeschrieben und sollten im Wartungsplan des Fahrzeugs fest eingeplant werden.

Was kostet die Nachrüstung eines Fahrtenschreibers?

Die Kosten für die Nachrüstung eines Fahrtenschreibers variieren je nach Gerätetyp, Fahrzeug und Werkstatt. Als grobe Orientierung: Ein digitaler Tachograph kostet inklusive Einbau und Kalibrierung in der Regel zwischen 500 und 1.200 Euro. Für einen Smart Tachograph der neuesten Generation können die Kosten höher ausfallen, da das Gerät technisch aufwendiger ist.

Hinzu kommen laufende Kosten:

  • Zweijährige Pflichtprüfung durch eine zugelassene Werkstatt
  • Fahrerkarten für jeden Fahrer (werden bei der zuständigen Behörde beantragt und kosten je nach Bundesland zwischen 30 und 50 Euro)
  • Gegebenenfalls Softwarelizenzen für das digitale Auslesen und Archivieren der Daten

Wer mehrere Fahrzeuge nachrüsten muss, sollte Angebote von verschiedenen Werkstätten einholen und prüfen, ob Mengenrabatte möglich sind.

Welche Strafen drohen bei fehlender oder falscher Fahrtenschreiber-Ausstattung?

Verstöße gegen die Fahrtenschreiberpflicht können empfindliche Bußgelder nach sich ziehen. Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) kontrolliert regelmäßig auf deutschen Straßen und an Kontrollstellen. Die Bußgelder richten sich nach Art und Schwere des Verstoßes.

Typische Verstöße und ihre Konsequenzen:

  • Fehlendes oder defektes Gerät: Fahrverbote bis zur Behebung des Mangels sowie Bußgelder für Fahrer und Unternehmen
  • Manipulation des Tachographen: Sehr hohe Bußgelder, im Wiederholungsfall auch strafrechtliche Konsequenzen
  • Nicht rechtzeitiges Auslesen der Daten: Bußgelder für das Unternehmen, da das Auslesen der Fahrerkarte spätestens alle 28 Tage und des Fahrzeugspeichers alle 90 Tage gesetzlich vorgeschrieben ist
  • Fehlende oder unvollständige Dokumentation: Bußgelder und mögliche Nachteile bei Behördenprüfungen

Besonders wichtig: Die Verantwortung liegt nicht nur beim Fahrer, sondern auch beim Unternehmen. Arbeitgeber sind verpflichtet, die Einhaltung der Vorschriften aktiv zu überwachen und sicherzustellen, dass alle Fahrzeuge ordnungsgemäß ausgestattet sind.

Wie unterstützt Flottenmanagement-Software bei der Fahrtenschreiber-Compliance?

Flottenmanagement-Software hilft dabei, die gesetzlichen Anforderungen rund um die Fahrtenschreiberpflicht automatisiert und zuverlässig zu erfüllen. Statt manuell Daten auszulesen, zu archivieren und Verstöße zu prüfen, übernimmt die Software diese Aufgaben im Hintergrund und gibt dem Flottenmanager einen klaren Überblick über den Compliance-Status aller Fahrzeuge.

Konkret kann Flottenmanagement-Software folgende Aufgaben übernehmen:

  • Automatisches Auslesen des Fahrtenschreibers in den gesetzlich vorgeschriebenen Intervallen
  • Automatische Prüfung von Lenk- und Ruhezeiten auf Verstöße
  • Digitale Archivierung der Tachographendaten (gesetzlich vorgeschrieben für mindestens ein Jahr)
  • Frühzeitige Warnmeldungen bei drohenden Verstößen oder ablaufenden Fristen
  • Übersichtliche Berichte für interne Kontrollen und Behördenprüfungen

Gerade für Unternehmen mit mehreren Fahrzeugen ist der manuelle Aufwand enorm. Eine Software-Lösung reduziert diesen Aufwand erheblich und minimiert das Risiko, Fristen zu versäumen.

So hilft FleetGO bei der Fahrtenschreiber-Compliance

Wir bei FleetGO haben genau für diesen Bedarf unsere Lösung Tacho 360™ entwickelt. Mit Tacho 360™ lesen wir den Fahrtenschreiber Ihres Fahrzeugs vollautomatisch alle 90 Tage remote aus und liefern Ihnen eine vollumfassende Fahrtenschreiber-Analyse direkt in Ihre Plattform. Das bedeutet für Sie:

  • Keine manuellen Auslesetermine mehr
  • Automatische Prüfung von Lenk- und Ruhezeiten
  • Rechtssichere Archivierung aller Tachographendaten
  • Sofortige Benachrichtigung bei Verstößen oder Auffälligkeiten
  • Volle Transparenz über den Compliance-Status Ihrer gesamten Flotte

Ob Sie ein einzelnes Fahrzeug oder eine große Flotte betreiben: Tacho 360™ macht die Fahrtenschreiber-Compliance zum automatisierten Prozess. Sprechen Sie uns an und erfahren Sie, wie wir Ihnen helfen können, Zeit zu sparen und auf der sicheren Seite zu bleiben.

Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Gesetze und Vorschriften unterliegen Änderungen — aus dem Inhalt dieses Artikels können daher keine Rechte abgeleitet werden. Konsultieren Sie stets einen Rechts- oder Finanzspezialisten und überprüfen Sie die aktuellsten Informationen bei den zuständigen offiziellen Behörden.

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