In den meisten Fällen wird das Fahrtenbuch zur Vorlage beim Finanzamt verwendet. Dazu muss es bestimmten Vorschriften entsprechen, die Besteuerung anhand des Fahrtenbuchs erfolgt dann auch nach festen Berechnungsschemata.
An dieser Stelle finden Sie viele wertvolle Tipps und Hilfestellungen zu den wichtigsten Themen rund um das Fahrtenbuch und was Sie beim Fahrtenbuch für das Finanzamt beachten müssen.
- Wann ist ein Fahrtenbuch Pflicht?
- Fahrtenbuch für das Finanzamt: Checkliste für das Jahr 2026
- Anforderungen und Bedingungen vom Finanzamt für ein korrektes Fahrtenbuch
- Mit welchem Fahrtenbuch ist das Finanzamt einverstanden?
- Wie überprüft das Finanzamt das Fahrtenbuch?
- Wann lohnt sich ein elektronisches Fahrtenbuch?
- Aufzeichnungssysteme für das elektronische Fahrtenbuch
aktualisiert am 22.01.2026
Wann ist ein Fahrtenbuch Pflicht?
Ein Fahrtenbuch zu führen, kann als Bedingung eines Bußgeldbescheids auferlegt werden. In Deutschland gilt die Fahrerhaftung, was bedeutet, dass ein Bußgeldbescheid nur gegen den Fahrer vollstreckt werden. Kann z.B. nach einer Ordnungswidrigkeit der Fahrer eines Fahrzeugs nicht ermittelt werden, kann die Pflicht zum Fahrtenbuch führen dem Fahrzeughalter auferlegt werden.
Kann weder der Fahrer noch der Fahrzeughalter ermittelt werden, kann die Behörde die Führung eines Fahrtenbuchs für einen bestimmten Zeitraum erwägen und dann anordnen.
Diese Strafe droht, wenn ein Fahrtenbuch nicht richtig geführt wird
In den meisten Fällen besteht keine gesetzliche Pflicht, ein Fahrtenbuch zu führen. Es ist eine freiwillige Entscheidung, die sich steuerlich lohnt, wenn der Firmenwagen überwiegend beruflich genutzt wird. Daneben gibt es jedoch einen Fall, in dem das Fahrtenbuch behördlich angeordnet werden kann:
In diesem Fall ist der Halter eines Kraftfahrzeugs dann verpflichtet, ein Fahrtenbuch ordnungsgemäß und vollständig über den angegebenen Zeitraum zu führen. Die Nichteinhaltung dieser Verpflichtung kann mit einem Bußgeld von 100 Euro geahndet werden.
Fahrtenbuch für das Finanzamt: Checkliste für das Jahr 2026
Diese Informationen gehören in ein Fahrtenbuch:
- Datum der Reise
- Abfahrtsort und Ziel
- Name(n) der besuchten Personen/Kunden/Geschäftspartner
- Reisezweck
- Kilometerstand zu Beginn
- Kilometerstand am Ende der Reise
Das Fahrtenbuch sollte zeitnah, idealerweise täglich, geführt werden sollte. Nachträgliche Ergänzungen oder Änderungen sind nur zulässig, wenn sie klar erkennbar und nachvollziehbar dokumentiert sind.
Anforderungen und Bedingungen vom Finanzamt für ein korrektes Fahrtenbuch
Jeder Unternehmer oder Beschäftigte muss jede Reise – ob geschäftlich oder privat – mit Datum, Kilometerstand zu Beginn und Ende der Reise erfassen. Ein Fahrtenbuch, das vom Finanzamt anerkannt werden soll, muss eine Reihe von Anforderungen an die Form erfüllen:
- Zeitnahe Dokumentation: Die einzelnen Fahrten müssen unmittelbar nach der Fahrt, vollständig und korrekt aufgezeichnet werden. Auch das Ziel der Reise, der Zweck der Reise und die Namen der besuchten Kunden oder Geschäftspartner müssen aufgezeichnet werden.
- Geschlossene Form: Nachträgliche Berichtigungen des Fahrtenbuchs müssen kenntlich gemacht und erläutert oder ausgeschlossen werden. Wird das Fahrtenbuch in Papierform geführt, muss es gebunden sein, so dass keine einzelnen Blätter ausgetauscht werden können.
- Kontinuierliche Verbindung: Sie müssen alle Fahrten mit dem Dienstwagen lückenlos aufzeichnen, damit das Finanzamt sie nachvollziehen kann.
- Unveränderbarkeit: Fahrtenbucheinträge dürfen in der Regel nicht nachträglich geändert werden. Sollten dennoch Änderungen notwendig sein, müssen Sie diese dokumentieren, damit das Finanzamt sie nachvollziehen kann.
Was sind die gesetzlichen Grundlagen für das Fahrtenbuch?
Die Rechtsgrundlage für die Fahrtenbuchmethode findet sich in § 6 Abs. 4 Satz 2 EStG und § 8 Abs. 2 Satz 2 EStG. Die Formvorgaben für ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch sind in den Lohnsteuer-Richtlinien R 8.1 (LStR) geregelt. Ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch muss den Vorgaben der Finanzverwaltung entsprechen, wie sie unter anderem in den Lohnsteuer-Richtlinien sowie in der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) festgelegt sind. Diese verlangen eine lückenlose, manipulationssichere und zeitnahe Dokumentation aller Fahrten.
Bei der Nutzung eines elektronischen Fahrtenbuchs ist zusätzlich sicherzustellen, dass nachträgliche Änderungen entweder ausgeschlossen oder revisionssicher dokumentiert werden. Nur wenn diese Anforderungen erfüllt sind, wird das Fahrtenbuch in der Regel vom Finanzamt anerkannt.
Mit welchem Fahrtenbuch ist das Finanzamt einverstanden?
Für das Finanzamt muss es die folgenden äußeren und inhaltlichen Anforderungen erfüllen:
- Das Fahrtenbuch muss hinreichend Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Eintragungen bieten und mit zumutbarem Aufwand auf sachliche Korrektheit nachprüfbar sein.
- Das Fahrtenbuch ist in geschlossener Form zu führen. Eine Sammlung von Notizen, oder eine Excel-Tabelle sind nicht möglich. Ein elektronisches Fahrtenbuch garantiert die geschlossene Form. Mit der intelligenten Telematik Hardware FleetGO-Cubiq werden alle Bewegungen und Fahrzeugaktivitäten registriert und alle Fahrten, Routen und besuchten Orte protokolliert.
- Grundsätzlich muss jede einzelne berufliche Nutzung einzeln aufgezeichnet werden, wobei der Gesamtkilometerstand des Fahrzeugs am Ende der Fahrt erreicht wird.
- Bei privaten Fahrten und Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte muss der Zweck der Fahrt nicht angegeben werden. Bei privaten Fahrten genügt die Angabe der Kilometerzahl, bei Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ein kurzer Vermerk im Fahrtenbuch. Handschriftliche Aufzeichnungen müssen auch für Dritte lesbar sein.
Fehler beim Fahrtenbuch, die Probleme mit dem Finanzamt verursachen können
Es ist auch ein fataler Fehler, wenn Sie jeden Tag ein neues Blatt für das Fahrtenbuch verwenden und diese Blätter in einem Ordner abheften. Das Fahrtenbuch muss in gebundener Form geführt werden. Selbst wenn Sie die Aufzeichnungen ehrlich führen, wird ein ungebundenes Fahrtenbuch wahrscheinlich steuerlich abgelehnt.
Das gleiche Problem haben Sie, wenn Sie jede einzelne Fahrt ehrlich und zeitnah in eine Excel-Tabelle eintragen. Auch hier wird das Finanzamt Sie bestrafen und die steuerliche Wirksamkeit des Fahrtenbuchs verneinen. Denn bei Excel-Aufzeichnungen können Sie jederzeit Änderungen vornehmen, die nicht nachvollziehbar dokumentiert sind. Es reicht also für die steuerliche Unwirksamkeit des Fahrtenbuchs aus, dass die bloße Möglichkeit der Manipulation besteht. Ob diese tatsächlich stattgefunden haben, muss der Prüfer nicht beweisen.
Wie überprüft das Finanzamt das Fahrtenbuch?
Unabhängig davon, ob Fahrtenbuch in Papierform oder digitales Fahrtenbuch – bei Betriebsprüfungen sind vor allem die folgenden Überprüfungen der Aufzeichnungen zu erwarten:
- Der Finanzamtsprüfer gleicht die Kilometerstände laut Fahrtenbuch und Werkstattrechnungen ab.
- Der Betriebsprüfer sucht nach Lücken in den Aufzeichnungen wie vergessene Fahrten, nicht aufgezeichnetes Fahrtziel, mögliche Änderung ohne Aufzeichnung oder ohne plausiblen Nachweis der Änderung.
- Die Telematik-Daten des elektronischen Fahrtenbuchs werden ausgelesen. Dabei sucht der Prüfer stichprobenartig nach Umwegen aus privaten Gründen, die nicht aufgezeichnet wurden. Die Daten werden auch nach Einträgen durchsucht, die nicht mehr zeitnah vorgenommen wurden.
Alternative zum Fahrtenbuch: Die Ein-Prozent-Regel als Geldwerter Vorteil
Die Listenpreismethode, umgangssprachlich auch Ein-Prozent-Regelung genannt, dient der Berechnung des geldwerten Vorteils aus der Überlassung eines Firmenfahrzeugs zur privaten Nutzung. Die Alternative ist die Berechnung des geldwerten Vorteils auf der Grundlage des individuellen Kilometersatzes. Bei Privatfahrten führt diese Regelung zu einem geldwerten Vorteil von 1 % des inländischen Fahrzeuglistenpreises.
Wann lohnt sich ein elektronisches Fahrtenbuch?
Die Besteuerung von Privatfahrten mit Firmenwagen erfolgt entweder über die pauschale 1-Prozent-Regelung oder über ein Fahrtenbuch. Das Führen eines Fahrtenbuchs lohnt sich vor allem in den folgenden Fällen:
- Wenn die private Nutzung gering ist
- Bei einem Gebrauchtwagen
- Wenn der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs hoch ist
Durch die Vorlage des Fahrtenbuchs beim Finanzamt lassen sich teilweise Steuerersparnisse im vierstelligen Bereich erzielen.
Der wesentliche Vorteil eines elektronischen Fahrtenbuchs ist der geringe Aufwand und die Zeitersparnis. Denn im Gegensatz zum klassischen Fahrtenbuch, bei dem jede Kleinigkeit von Hand eingetragen werden muss, erfasst das digitale Fahrtenbuch automatisch alle Fahrten im Detail. Das Einzige, was Sie tun müssen, ist zu klassifizieren, ob die Fahrt privat oder geschäftlich ist.
Das wichtigste Merkmal für die Anerkennung des elektronischen Fahrtenbuchs durch das Finanzamt ist die GoBD-Konformität (Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung).
Elektronisches Fahrtenbuch: GoBD-Anforderungen im Detail
Elektronische Fahrtenbücher müssen zwingend den Anforderungen der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form, BMF-Schreiben vom 28. November 2019) entsprechen. Das bedeutet konkret:
- Manipulationssicherheit: Nachträgliche Änderungen an Einträgen müssen technisch ausgeschlossen oder lückenlos protokolliert sein. Ein System, das spurlose Änderungen ermöglicht, wird vom Finanzamt nicht anerkannt – unabhängig davon, ob tatsächlich manipuliert wurde.
- Revisionssichere Archivierung: Alle Fahrtdaten müssen dauerhaft und unveränderbar gespeichert werden, sodass sie bei einer Betriebsprüfung vollständig rekonstruiert werden können.
- Maschinelle Auswertbarkeit: Die Daten müssen jederzeit maschinell auswertbar sein. Das Finanzamt muss im Rahmen einer Prüfung direkt auf die Rohdaten zugreifen können – ein reiner PDF-Export reicht dafür nicht aus.
- Zeitnahe Erfassung: Einträge müssen unmittelbar nach der Fahrt vorgenommen werden. Nachträge, die erst Tage oder Wochen später erfolgen, können zur vollständigen Ablehnung des Fahrtenbuchs führen.
Wichtig: Die Finanzverwaltung zertifiziert keine Fahrtenbuchsoftware vorab. Die Ordnungsmäßigkeit wird immer im Einzelfall bei einer Prüfung bewertet. Einfache Excel-Tabellen oder Standard-Apps ohne integrierten Änderungsschutz erfüllen die GoBD-Anforderungen nicht und werden regelmäßig abgelehnt.
Wie lange muss ein Fahrtenbuch aufbewahrt werden?
Fahrtenbücher unterliegen den steuerlichen Aufbewahrungspflichten gemäß § 147 Abgabenordnung (AO). Buchführungspflichtige Unternehmen müssen das Fahrtenbuch 10 Jahre aufbewahren. Für nicht buchführungspflichtige Selbstständige gilt eine Aufbewahrungsfrist von 6 Jahren. Die Frist beginnt jeweils mit dem Ablauf des Kalenderjahres, in dem das Fahrtenbuch geführt wurde.
Aufzeichnungssysteme für das elektronische Fahrtenbuch
Die Erfassung der Fahrten kann je nach System auf drei verschiedene Arten erfolgen:
- Feste Erfassungsgeräte, die die Daten des Fahrzeugs und den GPS-Standort aufzeichnen.
- Plug-in und Plug-out OBD2-Stecker für Telemetriedaten & GPS-Ortung
- Mobile GPS-Datenerfassung über Smartphone
Das elektronische Fahrtenbuch von FleetGO erfüllt alle GoBD-Anforderungen automatisch – GPS-Daten werden manipulationssicher in der Cloud gespeichert und sind jederzeit maschinell auswertbar.
Darüber hinaus gibt es weitere kombinierbare Möglichkeiten wie das remote Fahrtenschreiber Auslesen. Mit unserer Lösung können Flottenmanager auch ganz einfach die Fahrerkarte auslesen.
Quellen:
- https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__31a.html
- https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ein-prozent-regelung-33160
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