Lager- und Fördertechnik für die Logistik

aktualisiert am 25.11.2025

Lager- und Fördertechnik bildet das Rückgrat moderner Distributionszentren und ermöglicht eine effiziente Intralogistik. Die Technik umfasst Lösungen, die Waren automatisiert bewegen, lagern, kommissionieren und verpacken. In Zeiten von E-Commerce-Boom, Fachkräftemangel und steigendem Effizienzdruck gewinnt die Automatisierung zunehmend an Bedeutung.

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Was ist Lager- und Fördertechnik?

Lager- und Fördertechnik bezeichnet alle technischen Systeme und Anlagen in Lagern und Distributionszentren, die Materialflüsse steuern und optimieren. Moderne Warenlager arbeiten heute weitestgehend automatisiert. Dies reduziert Kosten, optimiert die Raumausnutzung, beschleunigt den Warenumschlag und kompensiert den zunehmenden Fachkräftemangel.

Für den Aufbau eines automatisierten Lagers sind zwei Komponenten erforderlich, die eng zusammenarbeiten: die technischen Systeme (Hardware) wie Förderbänder, Regalbediengeräte und fahrerlose Transportsysteme sowie intelligente Software zur Steuerung und Koordination. Das Zusammenspiel erlaubt es, Waren vollautomatisch zu lagern, zu transportieren und jederzeit den vollständigen Überblick über den Warenbestand zu behalten.

Welche Technik gehört zur Lager- und Fördertechnik?

Die technischen Lösungen in der modernen Intralogistik sind vielfältig und werden ständig weiterentwickelt. Im Bereich der Fördertechnik kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz, die jeweils für spezifische Warenarten optimiert sind.

Fördersysteme für alle Arten von Waren

Rollenbahnen sind ideal für kleinere Pakete und einzelne Güter auf dem Weg zur Kommissionierung. Sie lassen sich flexibel einsetzen, modular erweitern und arbeiten energieeffizient durch Schwerkraftnutzung oder sensorgesteuerte Motoren. Kettenförderer kommen bei Stückgut wie Boxen oder bei Schüttgut zum Einsatz und sind besonders robust für industrielle Anwendungen. Die Palettenfördertechnik ist auf große Europaletten ausgelegt und bewegt diese inklusive Fracht mit automatischer Höhen- und Gewichtserfassung.

Moderne Shuttle-Systeme arbeiten als automatische Fahrzeuge in Regalkanälen und erreichen eine Durchsatzleistung von bis zu 1.800 Aufträgen pro Stunde. Sie sind platzsparend, hocheffizient und lassen sich flexibel je nach Bedarf skalieren. Hängefördertechnik ermöglicht vollautomatisierte Systeme für hängende Waren mit berührungsfreier Vereinnahmung und Transport, ideal für Textilien und empfindliche Güter.

Fahrerlose Transportsysteme und autonome Roboter

Ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen klassischen fahrerlosen Transportsystemen (FTS) und autonomen mobilen Robotern (AMR). Während FTS auf festen, vordefinierten Routen fahren und über Induktionsschleifen oder Magnetbänder navigieren, bewegen sich AMR frei und flexibel ohne feste Routen. Sie erkennen Hindernisse selbstständig, weichen aus und kommunizieren über WLAN mit der zentralen Steuerung.

AMR sind mit Sensoren, Kameras und KI ausgestattet, können spontan neue Routen berechnen und arbeiten kollaborativ mit Menschen zusammen. Der Vorteil gegenüber klassischen FTS liegt in der höheren Flexibilität bei Layoutänderungen, dem Verzicht auf Bodeninstallationen, der schnelleren Inbetriebnahme und der einfachen Erweiterung der Flotte. Diese Systeme sind in modernen Distributionszentren zum Standard geworden.

Lagertechnik für optimale Raumausnutzung

Hochregallager nutzen die vertikale Dimension und reduzieren die benötigte Grundfläche um bis zu 70 Prozent. Automatische Regalbediengeräte bewegen sich in Höhen bis zu 45 Meter und sorgen für maximale Lagerkapazität auf minimaler Fläche. Automatische Vertikallager bieten eine kompakte Bauweise für begrenzte Räume, heben und senken Lagertrays automatisch und ermöglichen eine ergonomische Entnahme auf optimaler Arbeitshöhe.

Kommissionierung und Verpackung

In der Kommissionierung haben sich verschiedene Technologien etabliert. Pick-by-Light-Systeme zeigen durch LED-Anzeigen die zu entnehmende Ware und reduzieren die Fehlerquote um bis zu 70 Prozent. Pick-by-Vision nutzt Augmented Reality Brillen, bei denen Produktinformationen direkt im Sichtfeld eingeblendet werden und eine Navigation zum Lagerplatz erfolgt. Diese zukunftsweisende Technologie ermöglicht freihändiges Arbeiten.

Robotergestützte Kommissionierung übernimmt Pick-Aufgaben mit KI-gestützter Objekterkennung und Greifern für verschiedene Produktformen. Besonders kollaborative Roboter (Cobots) arbeiten sicher Seite an Seite mit Menschen ohne Schutzkäfige und entlasten Mitarbeiter bei schweren oder repetitiven Tätigkeiten. A-Frame-Systeme automatisieren die Kommissionierung für Kleinteile mit bis zu 1.800 Aufträgen pro Stunde und sind ideal für Pharmazie, E-Commerce und Ersatzteile.

Bei der Verpackung kommen automatische Maschinen zum Einsatz, die Kartons aufrichten und verschließen, die Größe anpassen und Füllmaterial dosieren. Palettierungssysteme nutzen robotergestützte Technik für optimierte Stapelmuster und sind vollständig mit Stretch- und Banderolierern integriert.

Software für intelligente Distributionszentren

Die Lagerverwaltung ist ein ebenso wichtiger Bestandteil moderner automatisierter Lagersysteme wie die Hardware. Ein modernes Warehouse Management System (WMS) verwaltet die zentrale Datenbank, führt Bestände in Echtzeit und optimiert Lagerplätze durch ABC-Analyse und intelligente Positionierung von Schnelldrehern.

Das System steuert die automatisierte Förder- und Lagertechnik, verwaltet Aufträge mit intelligenter Priorisierung und optimiert Wegstrecken für Kommissionierer. Die Integration erfolgt mit FTS- und AMR-Flotten, Robotern, Regalbediengeräten sowie ERP-Systemen und E-Commerce-Plattformen. Über Dashboards und Apps rufen Mitarbeitende Daten zu Waren, Aufträgen und Lieferungen ab, wobei jede Bewegung registriert und gespeichert wird.

Künstliche Intelligenz und Digital Twins

Künstliche Intelligenz revolutioniert die Intralogistik durch Predictive Analytics zur Vorhersage von Bedarfsspitzen, Routenoptimierung für AMR unter Berücksichtigung von Echtzeitdaten und Predictive Maintenance zur Vermeidung ungeplanter Ausfälle. Bilderkennungssysteme prüfen Produkte automatisch und sortieren beschädigte Ware aus.

Digital Twin Technologie ermöglicht die virtuelle Abbildung des gesamten Lagers in Echtzeit. Sie erlaubt die Simulation von Prozessänderungen vor der Implementierung, visualisiert Engpässe und ermöglicht die Schulung von Personal in virtueller Umgebung. Dies minimiert Risiken bei Änderungen und spart Kosten durch Vermeidung fehlerhafter Investitionen.

IoT und Vernetzung

Internet of Things (IoT) verbindet alle Komponenten des Lagers durch Sensoren für Temperatur, Feuchtigkeit, Füllstände und Positionen. Die kontinuierlichen Datenströme werden zentral gespeichert und durch Big Data Analytics ausgewertet. Dies schafft vollständige Transparenz aller Prozesse, ermöglicht Frühwarnsysteme bei Abweichungen und unterstützt datenbasierte Entscheidungen mit automatischer Dokumentation.

Virtual und Augmented Reality gewinnen 2025 stark an Bedeutung. VR ermöglicht virtuelle Begehungen geplanter Lageranlagen und Simulation von Arbeitsabläufen zur Kundenpräsentation. AR-Brillen unterstützen im laufenden Betrieb mit Wartungsanleitungen direkt im Sichtfeld und Navigation zu Lagerplätzen.

Vorteile und Herausforderungen der Automatisierung

Die Investition in moderne Lager- und Fördertechnik bringt messbare Vorteile. Die Kommissionierung wird bis zu 70 Prozent schneller, Durchlaufzeiten reduzieren sich um 50 Prozent, und ein 24/7-Betrieb ohne Ermüdungserscheinungen wird möglich. Die Fehlerquote sinkt um bis zu 70 Prozent, was weniger Retouren und Reklamationen bedeutet. Der Return on Investment liegt typischerweise bei zwei bis drei Jahren.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen. Die hohen Anfangsinvestitionen erfordern sorgfältige Planung und langfristige Finanzierung. Die Integration in bestehende Systeme kann komplex sein und erfordert erfahrene Systemintegratoren. Change Management und Schulung der Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg. Bewährt hat sich die schrittweise Automatisierung statt eines Big Bang-Ansatzes sowie der Einsatz von Pilot-Projekten zur Risikominimierung.

Die Intralogistikbranche fokussiert 2025 stark auf Dekarbonisierung. Energieeffiziente Systeme mit LED-Beleuchtung, Energierückgewinnung bei Bremsvorgängen und Photovoltaik auf Hallendächern werden Standard. ECO-Motion-Behälter aus 100 Prozent Recyclingmaterial und wiederverwendbare Verpackungslösungen gewinnen an Bedeutung. Grüne Logistikimmobilien mit DGNB- oder LEED-Zertifizierungen, nachhaltigen Baustoffen und optimierter Dämmung prägen Neubauten.

Der Fachkräftemangel treibt die Automatisierung weiter voran. Unternehmen kompensieren fehlende Arbeitskräfte durch autonome Systeme, entlasten alternde Belegschaften und schaffen attraktivere Arbeitsplätze durch moderne Technologie. Der Fokus verschiebt sich von repetitiven auf wertschöpfende Tätigkeiten. Mensch-Maschine-Kollaboration durch Cobots, intuitive Bedienoberflächen und kontinuierliche Weiterbildung werden zum Standard.

Resilienz und Flexibilität gewinnen durch wirtschaftliche Unsicherheiten an Bedeutung. Modulare Systeme ermöglichen schnelle Anpassung an Veränderungen ohne Umbau, Plug-and-Play-Komponenten sind skalierbar nach Bedarf. Redundante Systeme und alternative Routen für AMR sorgen für Ausfallsicherheit.

Lösungen für Transportunternehmen

Neben der Lagertechnik ist auch die effiziente Verwaltung der Transportflotte entscheidend. Für den Einsatz im Lkw bietet FleetGO mit Tacho 360™ eine vollumfassende Lösung für die Fahrtenschreiberanalyse. Diese Systeme spielen eine wichtige Rolle im Arbeitsalltag von Unternehmen, die mit Lenk- und Ruhezeiten arbeiten, da sie periodisch die Daten auf dem Fahrtenschreiber auslesen müssen.

Alle Daten, sowohl vom Massenspeicher als auch der Fahrerkarte, auszulesen ist zeitaufwändige Arbeit. FleetGO bietet ein vollständig automatisiertes System für das zentrale Herunterladen und Archivieren aller Daten an. Dies spart Zeit, vermeidet Bußgelder und sorgt für Compliance mit allen gesetzlichen Vorgaben.

Quellen:

https://logistik-heute.de/news/lagertechnik-welche-intralogistiktrends-2025-im-fokus-stehen-189704.htmlhttps://www.automation.at/bericht/fachmessen_1537/logimat-2025-die-zukunft-der-foerdertechnik_2025-02-11https://torwegge.shop/blog/Trends-in-der-Intralogistik-Ausblick-auf-2025https://alphabelt.de/blog/foerdertechnik-der-zukunft-wie-automatisierung-prozesse-smarter-macht


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