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Was muss man tun, um gewerblich LKW fahren zu dürfen?

Um gewerblich Lkw fahren zu dürfen, brauchst du mehr als nur einen Führerschein. In Deutschland gelten klare gesetzliche Anforderungen: den passenden Führerschein der Klasse C oder CE, die Berufskraftfahrerqualifikation nach dem BKrFQG, regelmäßige Weiterbildungen sowie weitere Voraussetzungen wie Mindestalter und ärztliche Tauglichkeit. Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das gewerbliche Lkw-Fahren.

Welchen Führerschein brauchst du, um gewerblich Lkw zu fahren?

Für das gewerbliche Lkw-Fahren in Deutschland benötigst du je nach Fahrzeuggewicht eine der Führerscheinklassen C1, C1E, C oder CE. Die Klasse C gilt für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen bis 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, während CE Fahrzeuge über 7,5 Tonnen mit Anhänger abdeckt. C1 und C1E gelten für leichtere Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen.

Der wichtige Unterschied zum privaten Fahren liegt im Verwendungszweck. Wer einen Lkw privat bewegt, etwa für einen Umzug mit einem gemieteten Fahrzeug bis 7,5 Tonnen, braucht unter Umständen nur den Führerschein der Klasse B. Sobald du aber beruflich oder gewerblich fährst, also Güter transportierst oder dafür bezahlt wirst, gelten strengere Regeln. Dann reicht der normale Führerschein allein nicht mehr aus.

Was ist die Berufskraftfahrerqualifikation und wer braucht sie?

Die Berufskraftfahrerqualifikation ist eine gesetzlich vorgeschriebene Zusatzqualifikation für alle, die gewerblich Lkw fahren. Sie basiert auf dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG) und setzt eine EU-Richtlinie um. Betroffen sind angestellte Fahrer, Selbstständige und Unternehmer, die selbst am Steuer sitzen, unabhängig von der Unternehmensgröße.

Den Nachweis über die Qualifikation erhältst du in Form des Fahrerqualifizierungsnachweises (FQN), einem Kartenformat ähnlich dem Führerschein, sowie durch den Code 95 im Führerschein selbst. Dieser Code zeigt Kontrolleuren auf einen Blick, dass du die Qualifikation besitzt.

Die Qualifikation kannst du auf zwei Wegen erwerben. Die reguläre Grundqualifikation umfasst eine theoretische und praktische Ausbildung mit abschließender Prüfung. Die beschleunigte Grundqualifikation ist kürzer, ebenfalls mit Prüfung, und richtet sich an Fahrer, die bereits einen passenden Führerschein besitzen. Wer seinen Führerschein der Klasse C vor dem Stichtag der EU-Richtlinie erworben hat, kann unter bestimmten Bedingungen von einer Ausnahmeregelung profitieren.

Welche Weiterbildungspflichten gelten für gewerbliche Lkw-Fahrer?

Gewerbliche Lkw-Fahrer müssen alle fünf Jahre 35 Stunden Pflichtweiterbildung absolvieren, aufgeteilt in Module von je sieben Stunden. Diese Weiterbildung ist keine einmalige Sache, sondern ein dauerhafter Bestandteil des Berufslebens als Fahrer.

Die Themen der Module sind gesetzlich festgelegt und umfassen unter anderem Fahrsicherheit, wirtschaftliches Fahren, Ladungssicherung, den Umgang mit dem Fahrtenschreiber sowie Erste Hilfe und Verhalten bei Unfällen. Die Weiterbildung kannst du bei zugelassenen Ausbildungsstätten absolvieren, zum Beispiel bei Fahrschulen, Berufsschulen oder Bildungsträgern, die vom Kraftfahrt-Bundesamt anerkannt sind.

Versäumst du die Frist, verlierst du rechtlich die Berechtigung, gewerblich zu fahren, auch wenn der Führerschein selbst weiterhin gültig bleibt. Das kann für dich als Fahrer und für dein Unternehmen ernsthafte Konsequenzen haben, etwa Bußgelder oder Fahrverbote bei Kontrollen.

Welche weiteren Voraussetzungen musst du erfüllen, um legal gewerblich Lkw zu fahren?

Neben Führerschein und Berufskraftfahrerqualifikation gibt es weitere Anforderungen. Das Mindestalter liegt in der Regel bei 21 Jahren. Unter bestimmten Bedingungen, etwa im Rahmen einer Berufsausbildung oder beim Fahren auf nationaler Ebene, kann es auf 18 Jahre gesenkt werden.

Außerdem brauchst du eine ärztliche Tauglichkeitsuntersuchung, die regelmäßig erneuert werden muss. Der Code 95 muss im Führerschein eingetragen sein, um bei Kontrollen die Qualifikation nachzuweisen.

Im gewerblichen Betrieb gelten zudem die EU-Lenk- und Ruhezeitenvorschriften, die genau regeln, wie lange du fahren und wann du pausieren musst. Die Einhaltung dieser Zeiten wird durch den digitalen Tachographen aufgezeichnet, dessen Nutzung im gewerblichen Einsatz Pflicht ist. Fehler bei der Aufzeichnung oder Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten können zu empfindlichen Bußgeldern führen.

Wer all diese Anforderungen im Blick behält, ist auf der sicheren Seite. Und wer ein Unternehmen mit mehreren Fahrern führt, weiß: Den Überblick über Qualifikationen, Weiterbildungsfristen und Fahrzeiten zu behalten, ist eine echte Herausforderung. Wir bei FleetGO unterstützen dich dabei mit Schulungen und digitalen Lösungen, die dir genau diese Verwaltungsarbeit erleichtern. Nimm jetzt Kontakt mit uns auf.

Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Gesetze und Vorschriften unterliegen Änderungen — aus dem Inhalt dieses Artikels können daher keine Rechte abgeleitet werden. Konsultieren Sie stets einen Rechts- oder Finanzspezialisten und überprüfen Sie die aktuellsten Informationen bei den zuständigen offiziellen Behörden.

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