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Wie liest man einen Fahrtenschreiber korrekt aus?

Um einen Fahrtenschreiber korrekt auszulesen, verbindest du ein zugelassenes Auslesegerät oder eine Downloadbox mit der Schnittstelle des Tachographen und überträgst die gespeicherten Daten auf einen Computer oder direkt in eine Auswertungssoftware. Dieser Vorgang ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt für alle Fahrzeuge, die unter die EU-Tachographenverordnung fallen. In diesem Artikel findest du Antworten auf alle wichtigen Fragen rund um den Prozess.

Welche Daten speichert ein Fahrtenschreiber?

Ein digitaler Fahrtenschreiber speichert eine Vielzahl fahrzeug- und fahrerbezogener Daten: Lenk- und Ruhezeiten, Geschwindigkeitsverläufe, zurückgelegte Kilometer, Aktivitätswechsel sowie Ereignisse und Störungen. Diese Daten werden sowohl auf der Fahrerkarte als auch im Massenspeicher des Geräts gespeichert und ermöglichen eine lückenlose Dokumentation des Fahrbetriebs.

Im Einzelnen unterscheidet man zwei Datenspeicher:

  • Massenspeicher des Fahrzeuggeräts: Hier werden Fahrzeugdaten wie Kilometerstand, Geschwindigkeit, Fahrtzeiten und technische Ereignisse gespeichert. Die Speicherkapazität deckt in der Regel mindestens 365 Tage ab.
  • Fahrerkarte: Auf der Chipkarte des Fahrers werden persönliche Aktivitätsdaten der letzten 28 Tage gespeichert, darunter Lenkzeiten, Ruhezeiten, Pausen und Arbeitszeiten.

Neuere Smart-Tachographen der zweiten Generation (Version 2) speichern zusätzlich GPS-Positionsdaten an bestimmten Punkten der Fahrt sowie Grenzübertritte, was die Kontrolle durch Behörden erheblich erleichtert. Für Transportunternehmen bedeutet das: Die Datenmenge pro Fahrzeug wächst, und eine strukturierte Auswertung wird immer wichtiger.

Welche Geräte und Software werden zum Auslesen benötigt?

Zum Auslesen eines Fahrtenschreibers benötigst du ein zugelassenes Auslesegerät, das an die Tachographenschnittstelle angeschlossen wird, sowie eine Auswertungssoftware, die die heruntergeladenen Dateien analysiert und visualisiert. Alternativ ermöglichen Fernauslesegeräte (sogenannte Downloadboxen) das automatische Auslesen über Mobilfunk.

Die gängigsten Gerätetypen im Überblick:

  • Handheld-Downloadgeräte: Kompakte Geräte, die direkt am Fahrzeug angeschlossen werden. Praktisch für kleinere Flotten oder für den Einsatz unterwegs.
  • Stationäre Downloadstationen: Werden im Betriebshof installiert und lesen die Daten automatisch aus, sobald das Fahrzeug in Reichweite kommt.
  • Remote-Downloadboxen: Fest im Fahrzeug verbaut, übertragen Daten automatisch per Mobilfunk an einen Server. Ideal für größere Flotten mit vielen Fahrzeugen.

Auf der Softwareseite brauchst du ein Programm, das die Rohdaten im DDD- oder TGD-Format verarbeiten und in lesbare Berichte umwandeln kann. Viele Lösungen bieten dabei direkte Integration in bestehende Flottenmanagement- oder ERP-Systeme.

Wie liest man einen digitalen Fahrtenschreiber Schritt für Schritt aus?

Das Auslesen eines digitalen Fahrtenschreibers läuft in wenigen klar definierten Schritten ab. Du verbindest das Auslesegerät mit dem Fahrzeug, authentifizierst dich als Unternehmer, überträgst die Daten und importierst sie anschließend in eine Auswertungssoftware.

Hier ist der Ablauf im Detail:

  1. Unternehmerkarte einlegen: Stecke die Unternehmerkarte in den Tachographen oder das Auslesegerät. Nur mit dieser Karte bist du als Betreiber berechtigt, auf die Fahrzeugdaten zuzugreifen.
  2. Verbindung herstellen: Schließe das Auslesegerät an die Frontschnittstelle (ISO 7816) oder die Seitenschnittstelle des Tachographen an.
  3. Download starten: Starte den Auslesevorgang über das Gerät oder die zugehörige Software. Der Tachograph überträgt alle gespeicherten Daten in eine verschlüsselte Datei.
  4. Fahrerkarte auslesen: Lese zusätzlich die Fahrerkarte jedes Fahrers aus, um die fahrerbezogenen Daten zu erfassen.
  5. Daten importieren: Übertrage die heruntergeladenen Dateien in deine Auswertungssoftware. Diese analysiert die Daten automatisch und zeigt Verstöße, Lenk- und Ruhezeiten sowie weitere Kennzahlen übersichtlich an.
  6. Archivieren: Speichere die Rohdaten und Auswertungen sicher und revisionssicher für mindestens ein Jahr (Fahrzeugdaten) bzw. für den gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum.

Beim Fahrtenschreiber auslesen gilt: Sorgfalt zahlt sich aus. Fehler beim Download oder beim Archivieren können bei Kontrollen zu Bußgeldern führen.

Wie oft muss ein Fahrtenschreiber ausgelesen werden?

Der Massenspeicher des Fahrzeuggeräts muss mindestens alle 90 Tage ausgelesen werden. Die Fahrerkarte muss spätestens alle 28 Tage ausgelesen werden, da sie nur Daten für diesen Zeitraum speichert und ältere Einträge überschreibt.

Diese Fristen sind gesetzlich in der EU-Verordnung (EG) Nr. 561/2006 sowie der Tachographenverordnung (EU) Nr. 165/2014 verankert. Ein Versäumnis gilt als Verstoß und kann bei Kontrollen durch das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) oder die Polizei zu empfindlichen Bußgeldern führen.

Praktischer Tipp: Viele Unternehmen setzen auf kürzere Ausleseintervalle, zum Beispiel alle 30 Tage für das Fahrzeuggerät, um Verstöße schneller zu erkennen und frühzeitig reagieren zu können. Je früher du einen Verstoß siehst, desto einfacher lässt er sich klären.

Was bedeuten die häufigsten Ereignisse und Ausnahmen im Tachographen?

Tachographen zeichnen neben normalen Fahrdaten auch Ereignisse und Störungen auf. Diese Einträge zeigen an, dass etwas Ungewöhnliches aufgetreten ist, zum Beispiel eine Unterbrechung der Stromversorgung oder eine nicht korrekt eingelegte Fahrerkarte. Jedes Ereignis hat eine spezifische Bedeutung und sollte gezielt ausgewertet werden.

Häufige Ereignisse

  • Karte nicht eingelegt: Das Fahrzeug wurde bewegt, ohne dass eine Fahrerkarte eingesteckt war. Das ist ein meldepflichtiger Verstoß.
  • Stromunterbrechung: Die Spannungsversorgung des Tachographen wurde unterbrochen. Kann auf Manipulation oder einen technischen Defekt hinweisen.
  • Bewegung ohne gültige Karte: Eine Fahrt wurde mit einer abgelaufenen oder gesperrten Karte durchgeführt.
  • Zeitüberschreitung Lenkzeit: Der Fahrer hat die zulässige Lenkzeit ohne ausreichende Pause überschritten.
  • Überschreitung der Tageslenkzeit: Die maximale tägliche Lenkzeit von in der Regel neun Stunden wurde überschritten.

Häufige Störungen

  • Kartenfehler: Die Fahrerkarte konnte nicht korrekt gelesen werden, zum Beispiel wegen Beschädigung oder Verschmutzung.
  • Gerätefehler: Interner Fehler im Tachographen, der eine Werkstattinspektion erfordert.
  • Sensorstörung: Der Bewegungssensor liefert keine oder fehlerhafte Daten.

Wichtig: Nicht jedes Ereignis bedeutet automatisch einen Verstoß. Manche Einträge entstehen durch technische Ursachen und lassen sich mit einer plausiblen Erklärung dokumentieren. Eine gute Auswertungssoftware hilft dir, zwischen relevanten Verstößen und harmlosen Ereignissen zu unterscheiden.

Wie kann Software das Auslesen und Auswerten automatisieren?

Moderne Tachographen-Software automatisiert sowohl den Auslesevorgang als auch die Analyse der Daten. Über Remote-Downloadboxen werden Fahrzeugdaten automatisch und in festgelegten Intervallen übertragen, ohne dass jemand manuell zum Fahrzeug gehen muss. Die Software wertet die Daten dann automatisch aus und zeigt Verstöße, Fristen und Berichte direkt im Dashboard an.

Das bringt dir in der Praxis mehrere Vorteile:

  • Fristenüberwachung: Die Software erinnert dich automatisch, wenn die 90-Tage-Frist für ein Fahrzeug oder die 28-Tage-Frist für eine Fahrerkarte näher rückt.
  • Automatische Verstoßerkennung: Lenk- und Ruhezeitverstöße werden sofort erkannt und übersichtlich angezeigt, ohne dass du jede Datei manuell durchsuchen musst.
  • Rechtssichere Archivierung: Daten werden automatisch gespeichert und für den gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum archiviert.
  • Integration mit anderen Systemen: Viele Lösungen lassen sich mit ERP-, HR- oder Flottenmanagement-Software verbinden, sodass alle Daten an einem Ort zusammenlaufen.

Gerade für Unternehmen mit mehreren Fahrzeugen spart die Automatisierung erheblich Zeit und reduziert das Risiko, eine Frist zu versäumen. Eine automatisierte Fahrtenschreiber-Analyse macht den Prozess nicht nur effizienter, sondern auch zuverlässiger.

Wie FleetGO das Auslesen und Auswerten vereinfacht

Wir bei FleetGO haben mit Tacho 360™ eine Lösung entwickelt, die den gesamten Prozess rund um den Fahrtenschreiber automatisiert und dir den manuellen Aufwand abnimmt. Hier ist, was Tacho 360™ konkret für dich tut:

  • Automatisches Remote-Auslesen alle 90 Tage: Die Daten werden direkt vom Fahrzeug übertragen, ohne dass jemand manuell eingreifen muss.
  • Vollumfängliche Analyse: Lenk- und Ruhezeiten werden automatisch geprüft, Verstöße sofort erkannt und übersichtlich dargestellt.
  • Fristenmanagement: Du wirst rechtzeitig benachrichtigt, bevor gesetzliche Auslesefristen ablaufen.
  • Rechtssichere Archivierung: Alle Daten werden sicher und revisionssicher gespeichert, genau so, wie es die Gesetzgebung verlangt.
  • Integration in deine bestehende Software: Tacho 360™ lässt sich nahtlos in dein Flottenmanagement- oder ERP-System einbinden.

Wenn du wissen möchtest, wie wir das in der Praxis für dein Unternehmen umsetzen können, sprich uns gerne an. Wir zeigen dir in einer persönlichen Demo, wie Tacho 360™ funktioniert und was es dir konkret bringt.

Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Gesetze und Vorschriften unterliegen Änderungen — aus dem Inhalt dieses Artikels können daher keine Rechte abgeleitet werden. Konsultieren Sie stets einen Rechts- oder Finanzspezialisten und überprüfen Sie die aktuellsten Informationen bei den zuständigen offiziellen Behörden.

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