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Neue Manipulation von Fahrtenschreibern entdeckt

London, 17. Juli 2019 – Während einer Verkehrskontrolle in Lódz, Polen wurde zufällig eine neue Art der Fahrtenschreiber-Manipulation entdeckt. Diese neue Methode funktioniert auf die Art und Weise, dass ein Gerät mit der OBDII-Schnittstelle des LKWs verbunden wird.

Diese Manipulation wurde zufällig entdeckt, als der LKW für eine routinemäßige Verkehrskontrolle des Fahrtenschreibers angehalten wurde. Überraschenderweise zeigte der Fahrtenschreiber an, dass der Fahrer bis zu dem Moment, als er angehalten wurde, für 7 Stunden still stand und keine Fahraktivitäten aufgezeichnet wurden. Dadurch fiel der polnischen Polizei auf, dass der Fahrtenschreiber manipuliert sein musste.

Als Folge wurde das Fahrzeug zur Überprüfung des Fahrtenschreibers weiter in einer Werkstatt untersucht. Zuerst wurde geprüft, ob ein Magnet oder ein sogenannte Pulser installiert wurde. Das sind weit verbreitete Hilfsmittel für die Manipulation von Fahrtenschreibern. Ein solches Hilfsmittel wurde jedoch nicht gefunden. Dieser Fall war so dubios, dass in der Zwischenzeit der Untersuchung mehrere Kontrolleure und Experten zu Rate gezogen wurden.

Zu deren Überraschung wurde ein Gerät gefunden, das mit einem kleinen USB-Gerät verbunden war, welcher mit der Schnittstelle des OBDII verbunden werden sollte. Das ist insofern verwunderlich, da das OBDII eher dafür verwendet wird, Diagnosedaten des Fahrzeugs auszulesen. Außerdem hilft es dabei, in einer Werkstatt Fehlermeldungen zu analysieren und zu beheben.

Im Anschluss haben die Inspektoren das Gerät verbunden und einige Tests durchgeführt. Diese Tests zeigten, dass die Blinker-LEDs im Armaturenbrett sich dauerhaft ein- und ausschalteten, und der Fahrtenschreiber während der Fahrt Ruhezeiten protokollierte. Sobald das Gerät getrennt wurde, funktionierte der Fahrtenschreiber wieder wie gewohnt: Somit wurde eine neue, überaus effektive Methode der Fahrtenschreiber-Manipulation aufgedeckt.

Der Experte von FleetGo zu Fahrtenschreiber-Manipulationen

„Dadurch, dass sich die Lichter im Armaturenbrett immer wieder ein- und ausschalteten scheint es plausibel, dass dieses Gerät das Fahrzeug-Netzwerk über den OBDII-Anschluss überschreiben kann und damit ebenfalls auf den Fahrtenschreiber – der Teil dieses Netzwerkes ist – zugreifen kann.

Abgesehen davon, dass diese Manipulation ein schwerwiegender Gesetzesverstoß ist, ist diese Vorgehensweise auch eine große Gefahr für die Sicherheit des europäischen Straßenverkehrs. Es ist nämlich nicht klar, welche Signale dieses Gerät an das Netzwerk des Fahrzeugs sendet und damit möglicherweise auch andere Geräte im Fahrzeug stört. Darüber hinaus ist es für Kontrolleure weitaus schwieriger, diese Manipulation festzustellen, da es sich um ein Plug & Play Gerät handelt und der Fahrer es damit schnell abtrennen kann“, sagte Joeri Westendorp VP Unternehmensentwicklung & FleetGO-Partner.

Laut der Pressemitteilung der Polizei von Lódz kann die Geldstrafe bis zu 19.000 PLN (ca 4.500 Euro) betragen. Aber in Anbetracht der großen Gefahr für die Verkehrssicherheit, die mit dieser Manipulation einhergeht, ist es fraglich, ob diese Höhe ausreichend ist.