Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft

Arbeitsschutz spielt eine wichtige Rolle. Jedes Unternehmen hat dafür Sorge zu tragen, dass die Mitarbeitenden bestmöglich vor Arbeitsunfällen geschützt sind. Gerade im Umgang mit Fahrzeugen gibt es eine Reihe von Gefahrenquellen, die bei unsachgemäßem Vorgehen zu schweren Arbeitsunfällen führen können. Aus diesem Grund hat die Berufsgenossenschaft Unfallverhütungsvorschriften für Fahrzeuge erstellt. Dieser Leitfaden legt konkrete und einheitliche Standards zum Arbeitsschutz im Umgang mit Fahrzeugen fest, die Unternehmen umsetzen müssen.

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Welche Vorschriften der Berufsgenossenschaft zum Thema Fahrzeug sind relevant?

Eine der wichtigsten Regelwerke zum Thema Unfallverhütung bei Fahrzeugen ist die Vorschrift 70 der gesetzlichen Unfallversicherung. Die DGUV-Vorschrift 70 ist in Zusammenarbeit der Berufsgenossenschaft mit der gesetzlichen Unfallversicherung entstanden. Sie beinhaltet Unfallverhütungsvorschriften rund um Fahrzeuge, deren Umsetzung für Unternehmen verpflichtend ist.

Die gesetzliche Grundlage bildet das 7. Buch des Sozialgesetzbuchs. Hier ist festgelegt, dass Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungen die notwendigen Richtlinien erlassen, die Sicherheit sowie Gesundheit am Arbeitsplatz sicherstellen.

Welche Prüfungen an Fahrzeugen sind erforderlich und zu welchen Zeitpunkten?

Es gibt eine Reihe von regelmäßigen Prüfungen, mit denen die Sicherheit von Fahrzeugen verbessert und sichergestellt wird. Im Mittelpunkt steht hier die Betriebssicherheit der Fahrzeuge. Abhängig von der Maßnahme müssen diese Kontrollen täglich, zu bestimmten Zeitpunkten oder in festgelegten Intervallen durchgeführt werden. Zu den Prüfungen gehören unter anderem:

  • Abfahrtkontrolle (s. Checkliste für Abfahrtskontrolle)
  • saisonale Ausstattung und Umrüstung
  • Kontrolle von Bremsen, Reifendruck und Kupplung
  • Ladungssicherung
  • Kontrolle der Sicherheitsausrüstung

Einige der Kontrollen sind schnell erledigt. Andere sind deutlich umfangreicher und erfordern ein Protokoll, um die regelkonforme Umsetzung zu gewährleisten. Dazu gehört beispielsweise die Abfahrtkontrolle. Mehr zur Durchführung der Abfahrtkontrolle bei Lkw.

Saisonale Aufgaben zur Gewährleistung der Sicherheit an Fahrzeugen

Der Wechsel zwischen den Jahreszeiten hat Auswirkungen auf die Sicherheit und Ausrüstung der Fahrzeuge. Eine der offensichtlichsten Aufgaben, die in diesem Zusammenhang entsteht, ist die Notwendigkeit zum Wechsel der Reifen. Es ist wichtig, diese Arbeiten rechtzeitig zu organisieren, um nicht von einem plötzlichen Wintereinbruch überrascht zu werden. Dies ist eine Liste mit typischen saisonalen Aufgaben, die an Fahrzeugen entstehen:

  • Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen
  • Kontrolle von Scheibenwischwasser und Frostschutzmittel
  • Funktions- und Zustandskontrolle der Scheibenwischer
  • Bereitstellung von Hilfsmitteln für den Winter, wie Eiskratzer und Schneebesen
  • Bereitstellung und Kontrolle von Schneeketten, falls erforderlich

Vor dem Winter sollte so der Kühlerfrostschutz kontrolliert und dem Scheibenwischwasser Frostschutzmittel hinzugefügt werden. Für die mitteleuropäischen Verhältnisse ist ein Frostschutz von mindestens minus 25 Grad Celsius erforderlich.

Ladungssicherung bei Fahrzeugen

Im gewerblichen Transport spielt die Ladungssicherung eine zentrale Rolle. Immer wieder bemängelt die Polizei bei Kontrollen falsch, schlecht oder gar nicht gesicherte Ladungen. Auch eine Überladung kommt häufig vor.

Im ersten Schritt müssen Unternehmen sicherstellen, dass die erforderlichen Hilfsmittel für die Ladungssicherung vorhanden sind. Diese müssen sowohl in Menge als auch Leistung ausreichend sein, um jede Form der Ladung entsprechend den Vorgaben zu sichern. Zu den Hilfsmitteln für die Ladungssicherung gehören Spanngurte, Netze oder Unterlegkeile für Anhänger.

Es ist wichtig, die Grundlagen der Ladungssicherung zu beherrschen. Besonders die Fahrer müssen in diesem Bereich geschult sein. Eine Überprüfung durch die Verantwortlichen im Unternehmen ist jedoch wichtig, um Standards zu etablieren. Mit klaren Formeln lässt sich die notwendige Ladungssicherung ebenfalls berechnen. Eine dieser Formeln lautet:

Sicherungskraft = Massenkraft – Reibungskraft (FS= m – µ)

Allgemeine Aufgaben zur Gewährleistung der Sicherheit an Fahrzeugen

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von allgemeinen und kleineren Maßnahmen, die zur Arbeitssicherheit bei Fahrzeugen beitragen. Darunter fallen viele Aufgaben, die sich schnell umsetzen lassen. Durch unternehmensweite Standards ist es einfach, so für mehr Sicherheit im Alltag zu sorgen.

Zu den allgemeinen Aufgaben gehört es, für die Sauberkeit der Fahrzeuge zu sorgen. Dies betrifft Innen- und Außenbereiche. Kleinere Schäden sollten sofort gemeldet und unverzüglich instandgesetzt werden. So wird für die Schadensfreiheit der Fahrzeuge gesorgt.

Ebenfalls ist es wichtig, das Vorhandensein der Sicherheitsausrüstung im Fahrzeug regelmäßig zu kontrollieren. Dies ist eine Liste mit Dingen, deren Funktion und Zustand regelmäßig zu überprüfen sind:

  • Betriebsanleitung
  • Warndreieck
  • Warnweste
  • Verbandskasten
  • Feuerlöscher

Bestimmte Gegenstände wie der Verbandskasten haben ein Ablaufdatum und müssen somit ausgetauscht oder ergänzt werden. Im internationalen Verkehr gelten mitunter abweichende Regeln, was die Ausstattung betrifft. So schreiben viele Länder einen Feuerlöscher im Fahrzeug vor.

Unfallverhütungsvorschriften in der Praxis umsetzen

Mängel und Nachlässigkeiten bei der praktischen Umsetzung der Unfallverhütungsvorschriften entstehen häufig durch fehlende Systeme für die Kontrolle. Wichtig ist es also, eine Lösung zu finden, die Standards etabliert und die verantwortlichen Personen informiert. Dafür lässt sich ein System für die Kommunikation und Meldung im Unternehmen etablieren. Ob dafür eine spezielle Software zum Einsatz kommt oder ein Ansprechpartner benannt wird, der per SMS, E-Mail oder Anruf erreichbar ist, ist sekundär. Wichtig ist, dass solche Systeme sowie klare Strukturen vorhanden sind, sodass jeder Mitarbeitende weiß, wie er die Informationen weiterleitet.

Wichtig ist, dass alle Maßnahmen im Rahmen der Unfallverhütung protokolliert werden. Aus diesen Protokollen geht dann hervor, welche Maßnahmen wann durchgeführt wurden und wann sie wieder anstehen. Dort lassen sich Listen zu den einzelnen Fahrzeugen anlegen. Darin lässt sich beispielsweise das Ablaufdatum des jeweiligen Verbandskastens vermerken, sodass sofort ersichtlich ist, wann ein Austausch erforderlich ist. So entsteht eine Datenbank mit allen wichtigen Informationen.

Wer ist für die Durchführung der Prüfungen verantwortlich?

Für den Zustand und die Sicherheit der Fahrzeuge ist der Halter verantwortlich, also das Unternehmen. Dementsprechend obliegt es dem Unternehmer, die Unfallverhütungsvorschriften umzusetzen und auch ihre Einhaltung zu kontrollieren. Denn bei Verstößen wird ebenfalls der Halter zur Verantwortung gezogen.

Einige der Aufgaben müssen jedoch eigenverantwortlich vom Fahrer durchgeführt werden. Dies ist aus praktischen Gründen nicht anders möglich. Betroffen sind vor allem die täglichen Kontrollen und Aufgaben, die mit der Arbeit am Fahrzeug in Verbindung stehen. So hat der Fahrer die Aufgabe, die Abfahrtkontrolle seines Lkw durchzuführen und die Ladungssicherung zu gewährleisten. Es liegt jedoch in der Verantwortung des Unternehmens, sicherzustellen, dass der Fahrer ausreichend geschult ist. Er muss auch darauf hingewiesen werden, wie er diese Aufgaben entsprechend den gesetzlichen Vorgaben durchführt.

Neben den Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft gibt es weitere Möglichkeiten für Flottenmanager, die Einhaltung von Gesetzen, z.B. zu Lenk- und Ruhezeiten, sicherzustellen: Mit unserem speziell entwickelten System Tacho 360™ können Sie eine Fahrtenschreiberanalyse machen und so den Fahrtenschreiber auslesen und auf Verstöße überprüfen. Verstöße können zu hohen Strafen für Fahrer und Unternehmen führen.
Außerdem können Sie mit unseren Lösungen die Fahrerkarte ganz einfach aus der Ferne auslesen und so den gesetzlichen Verpflichtungen auf unkomplizierte Weise nachkommen.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen die Unfallverhütungsvorschriften für Fahrzeuge?

Halten Unternehmen die DGUV-Vorschrift 70 und andere Unfallverhütungsvorschriften nicht ein, drohen mitunter empfindliche Strafen. Sachverständige prüfen jährlich die Fahrzeuge der Betriebe. Dabei erfolgt eine Kontrolle der Betriebssicherheit. Die Sachverständigen protokollieren Mängel, die dann auch zu Geldstrafen führen können. Diese können bis zu 10.000 Euro pro Fall betragen.

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Quellen:


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