Umweltplakette und Umweltzonen

Umweltplaketten für Fahrzeuge und die Umweltzonen in Städten sind direkt miteinander verknüpft. Anhand der Plakette erfolgt eine Kategorisierung des Fahrzeugs in verschiedene Schadstoffkategorien. Die Umweltzonen regeln dann, welche Fahrzeuge in die Bereiche der Zone einfahren dürfen. Aus diesem Grund ist es besonders für Unternehmen mit Fuhrpark wichtig zu wissen, wo sich Umweltzonen befinden und welche Fahrzeuge dort einfahren dürfen.

Was ist die Umweltplakette?

Die Umweltplakette ist eine Kennzeichnung für Fahrzeuge, die Auskunft über die Feinstaubemission gibt. Es erfolgt eine Einteilung in mehrere Klassen. Die Kategorisierung wird von der Art des Motors, der Euro-Abgasnorm sowie der Ausstattung mit Filtersystemen bestimmt. Fahrzeuge besitzen Emissionsschlüsselnummern, die für die Zuteilung einer bestimmten Plakette zugrundegelegt werden. Die Emissionsschlüsselnummer befindet sich im Fahrzeugschein.

Wo wird die Umweltplakette angebracht?

Bei der Plakette handelt es sich um einen Aufkleber. Dieser muss gut sichtbar von innen an der Windschutzscheibe befestigt werden. Die Plakette ist so konzipiert, dass ein Entfernen nach einmaliger Befestigung nicht mehr möglich ist. Dabei zerstört sich die Umweltplakette.

Welche Stufen gibt es bei den Umweltplaketten

Anhand der Feinstaubemissionen sind die Plaketten in verschiedene Stufen eingeteilt. Es existieren Stand 2022 die folgenden drei Plaketten:

  • Schadstoffgruppe 2: rote Plakette
  • Schadstoffgruppe 3: gelbe Plakette
  • Schadstoffgruppe 4: grüne Plakette

Die rote Plakette erhalten Fahrzeuge mit Dieselmotor mit der Euro-1- und Euro-2-Norm. Alte Dieselfahrzeuge und Benziner ohne geregelten Katalysator erhalten die rote Plakette nicht und besitzen somit gar keine Umweltplakette. Die gelbe Plakette erhalten Diesel mit der Euro-3-Norm. Eine grüne Plakette erhalten Diesel mit Partikelfilter sowie Benziner mit geregeltem Katalysator. Ebenfalls sind Elektrofahrzeuge sowie Autos mit Brennstoffzelle und Flüssiggas-, Erdgas- oder Ethanolantrieb berechtigt, die grüne Plakette zu erhalten.

Wie erhält man die Umweltplakette?

Die Plakette kann bei Zulassungsbehörden, Prüfstellen, Organisationen wie dem TÜV, der DEKRA oder GTÜ sowie einigen Werkstätten erhalten werden. Für die Ausstellung ist die Vorlage von Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief oder der Zulassungsbescheinigung erforderlich. Einige Verwaltungsstellen ermöglichen die Beantragung online. Dies ist unter anderem bei folgenden Verwaltungen möglich:

  • Stuttgart
  • Karlsruhe
  • München
  • Berlin
  • Dortmund
  • Ludwigsburg

Jedoch sind Fahrzeughalter nicht an die eigene Zulassungsstelle gebunden. Somit stellt jede Verwaltung Umweltplaketten für alle in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge aus. Die Kosten für eine Plakette liegen zwischen 5 und 20 Euro.

So sind Umweltzonen gekennzeichnet

Umweltzonen sind nach dem gleichen Prinzip wie Fußgängerzonen eingerichtet. Das heißt, dass ein bestimmtes Gebiet als Umweltzone markiert ist und alle Wege in die Zone mit einem speziellen Schild versehen sind. Dieses ist viereckig und trägt die Aufschrift „Umwelt Zone“. Ein roter Kreis auf weißen Untergrund zeigt an, dass die Einfahrt für bestimmte Fahrzeuge untersagt ist. Unter dem Schild ist konkretisiert, welche Fahrzeuge einfahren dürfen. In der Regel ist dies durch ein Bild der grünen Plakette sowie dem Zusatz „frei“ gekennzeichnet. Am Ausgang der Umweltzone befindet sich dasselbe Schild in schwarz-weiß und mit durchgestrichener Aufschrift.

Für welche Fahrzeuge gelten die Beschränkungen der Umweltzonen?

Die Umweltzonen gelten für einen Großteil der Fahrzeuge. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, die immer gelten. Bei diesen handelt es sich um:

  • Mofas, Leichtkrafträder, Motorräder, Motorroller und Kraftfahrzeuge mit drei Rädern,
  • land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen,
  • Arbeitsmaschinen sowie mobile Maschinen und Geräte,
  • Fahrzeuge von Schwerbehinderten mit Ausweis vom Typ aG, H oder BI,
  • Oldtimer mit einem H- oder 07-Kennzeichen.

Darüber hinaus gelten die Beschränkungen der Umweltzone nicht für Polizei, Feuerwehr, Zoll und ähnliche Dienstwagen sowie für Diplomatenfahrzeuge und Fahrzeuge der Bundeswehr. Zudem ist es möglich, individuelle Ausnahmegenehmigungen einzuholen. Unter welchen Umständen dies möglich ist, unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. Dies sind einige der Gründe, die für die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung ausreichen:

  • Wenn eine Nachrüstung des Fahrzeugs zur Verbesserung der Schadstoffwerte nicht möglich ist
  • Falls die Beschaffung eines Fahrzeugs mit niedrigeren Abgaswerten aus finanziellen Gründen nicht möglich ist
  • Fahrzeuge, die für die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit erforderlich sind

Wo gibt es Umweltzonen?

Stand Juli 2022 gibt es in Deutschland 56 Umweltzonen. Mit Ausnahme der Umweltzone in Neu-Ulm können alle Zonen nur mit Fahrzeugen befahren werden, die über eine grüne Umweltplakette verfügen. In Neu-Ulm sind noch Autos mit gelber Plakette erlaubt.

Das Umweltbundesamt stellt eine Karte zu den Umweltzonen in Deutschland bereit. So lässt sich prüfen, wo die Zonen beginnen und welche Bereiche sie abdecken. Dies ist sinnvoll, denn immer wieder verändern die Kommunen die Zonen und erweitern diese.

Gibt es im Ausland auch Umweltzonen?

Auch im EU-Ausland gibt es Zonen, die mit der deutschen Umweltzone vergleichbar sind. Zu beachten ist, dass die deutsche Umweltplakette im Ausland keine Gültigkeit besitzt. Es ist notwendig, sich den jeweiligen Gesetzgebungen des Landes anzupassen und entsprechende Plaketten oder Dokumente vorher zu organisieren.

In Frankreich beispielsweise wird die kostenpflichtige Plakette Crit´Air (certificat qualité de l’air) benötigt. Umweltzonen gibt es in Paris und Straßburg. Gesperrt ist die Zone für Benziner bis Euro 3 sowie Diesel bis Euro 4.

Österreich hat eine Abgasplakette, die bei Werkstätten, Kfz-Prüfstellen und bei der ÖAMTC erhältlich ist. Diese wird gegen Vorlage der Zulassungsbescheinigung Teil 1 ausgestellt. Die Abgasplakette wird in Wien, dem Burgenland, sowie Teilen der Steiermark und Niederösterreichs benötigt.

Welche Strafen drohen, wenn eine Umweltzone ohne oder mit falscher Plakette befahren wird?

Der Bußgeldkatalog legt für das verkehrswidrige Befahren einer Umweltzone eine Strafe von 100 Euro fest. Punkte in Flensburg gibt es hingegen seit 2014 nicht mehr. Dieses Bußgeld wird auch fällig, wenn die Plakette unleserlich oder manipuliert ist. Darunter zählt auch, wenn das Kennzeichen auf der Plakette nicht mehr zu dem Kennzeichen des Fahrzeugs passt. Ändert sich das Kennzeichen, muss eine neue Plakette beantragt werden.

Wie können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Fahrzeuge nicht in eine Umweltzone kommen, in der sie nicht fahren dürfen?

Mit Geofencing Lösungen können Unternehmen die Vermeidung der Durchfahrt durch Umweltzonen verhindern. Dafür müssen vorab die jeweiligen Zonen als Geofence, einer virtuellen Grenze auf der Landkarte, festgelegt werden. Erfolgt eine Durchfahrt durch diese Zone, erhalten Fuhrparkmanager bzw. Flottenmanager sofort einen Alarm. Dies ermöglicht es ihnen, die Fahrer sofort zu kontaktieren und auf die verbotene Handlung hinzuweisen. Dies kann im besten Falle dafür sorgen, dass die verbotene Zone verlassen wird, ohne dass größerer Schaden entsteht oder ein Bußgeld fällig wird.

Darüber hinaus nehmen Fuhrparkmanager weitere wichtige Aufgaben wahr: zum Beispiel das Fahrtenschreiber auslesen und Fahrerkarte auslesen. Dies muss im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben regelmäßig geschehen. FleetGO stellt ihnen dabei mit Tacho 360™ eine vollumfassende Lösung für Ihre Fahrtenschreiberdaten zur Verfügung.

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Quellen:


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