LKW

LKW – essenzieller Bestandteil der Logistik

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LKW sind das Rückgrat der Logistik. Sie transportieren die absolute Mehrheit von Gütern auf der Straße. Der LKW hat sich seit seiner Erfindung am Ende des 19. Jahrhunderts enorm weiterentwickelt. Es gibt heutzutage eine Reihe unterschiedlicher LKW verschiedener Klassen.

Die Entstehungsgeschichte des LKW

Lastkraftwagen (LKW) existieren erst seit etwas mehr als 100 Jahren. Als erster LKW der Geschichte gilt die Kutsche ohne Deichsel von Wilhelm Maybach, die 1896 bei Daimler gebaut wurde. Sie hatte eine Nutzlast von rund 1,5 Tonnen und eine Motorleistung von 4 PS.

Die Automobilindustrie entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts rasant. Schon 1901 gab es 16 Hersteller von Lastkraftwagen in Europa. Die Gesamtzahl der LKW lag jedoch erst bei 39. Im Jahre 1903 fertigte die NAG (Nationale Automobil-Gesellschaft) in Berlin den ersten Lastzug der Welt.

Die Weiterentwicklung der Reifen, die zunächst Vollgummireifen und 1906 Luftreifen für LKW hervorbrachte, trieb die Entwicklung der LKW weiter voran. Bereits 1913 gab es alleine in Deutschland rund 5.400 LKW. Der Ausbau der Straßen und vor allem der Autobahnen ab 1933 sorgte endgültig dafür, dass der LKW zum wichtigsten Transportmittel im Güterverkehr aufstieg.

Die Bedeutung von LKW im modernen Güterverkehr

Heute wird die absolute Mehrheit der Güter per LKW transportiert. Vor allem im Nahbereich übernehmen LKW die Verteilung von Gütern. Die Strecke, die LKW auf deutschen Straßen zurücklegten, belief sich im Jahre 2018 auf über 37,7 Milliarden Kilometer. Im Jahr 2020 war das Transportvolumen im Güterverkehr folgendermaßen verteilt:

  • LKW: 3,2 Milliarden Tonnen
  • Eisenbahn: 320,1 Millionen Tonnen
  • Binnenschifffahrt: 188 Millionen Tonnen

2021 waren in Deutschland 3,4 Millionen Fahrzeuge als LKW zugelassen. Davon verfügen 3,2 Millionen über einen Verbrennungsmotor und nutzen Diesel als Kraftstoff.

Moderne Lkw werden mit einer GPS Ortung ausgestattet. Diese ermöglicht es, den LKW Fahrern unkompliziert ein elektronisches Fahrtenbuch zu führen, und ein einfaches Fahrtenschreiber Auslesen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zur Fahrtenschreiber Pflicht.

Welche Klassen von LKW gibt es?

Die Einteilung der LKW in Klassen erfolgt nach der zulässigen Gesamtmasse (zGM) und dem zulässigen Gesamtgewicht (zGG). In einigen Sonderfällen spielt auch die Länge eine Rolle. In der Europäischen Union gelten diese Spezifikationen bezüglich der LKW-Klassen:

  • bis 3,5 Tonnen: Kleinlaster und umgebaute Pkw
  • bis 7,5 Tonnen: Leichte LKW
  • bis 18 Tonnen: Mittelschwere LKW
  • über 18 Tonnen: Schwere LKW
  • ab 40 Tonnen und einer Länge von mehr als 18,75 Meter: EuroCombi

Die exakte Definition der Gewichtsklassen schwankt innerhalb der EU-Staaten. So liegt das maximal zulässige Gesamtgewicht für schwere LKW in Deutschland bei 40 Tonnen für Hänger- oder Sattelzüge beziehungsweise bei 44 Tonnen im Kombiverkehr. Die Niederlande erlauben Sattelzüge bis 50 Tonnen Gesamtgewicht. In Skandinavien sind 60 Tonnen die Obergrenze.

Welche Abmessungen darf ein LKW haben?

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) gibt die maximalen Abmessungen vor, die im öffentlichen Straßenverkehr für LKW erlaubt sind. Für Solo LKW beträgt die maximale Länge 12 Meter. Bei LKW mit Anhängern liegt die zulässige Länge bei 18,75 Metern. Lang LKW mit Anhänger dürfen 24 Meter messen. Bei LKW mit Untersetzachse und Sattelanhänger liegt die zulässige Gesamtlänge bei 25,25 Metern. Hinzu kommen einige Sonderregeln und Ausnahmen. So ist bei kurzen Fahrten auf Strecken von unter 100 Kilometern ein Überhang von bis zu 3 Metern zulässig. Ein Solo LKW darf so 15 Meter lang sein. Die Höhe darf in allen Fällen 4 Meter nicht überschreiten. In der Breite dürfen LKW 2,55 Meter messen, für die Aufbauten gilt eine maximale Breite von 2,60 Metern. Die Achslast ist auf 10 Tonnen begrenzt, wobei die Antriebsachse mit 11,50 Tonnen belastet werden darf.

Die unterschiedlichen Formen von LKW

LKW unterscheiden sich nicht nur bezüglich des Gewichts. Auch die Form des LKW hat einen Einfluss auf die Kategorisierung. Bei LKW, die nur aus dem Führerhaus bestehen und nicht fest mit einem Auflieger verbunden sind, wird von einer Sattelzugmaschine gesprochen. Diese zieht Sattelanhänger mit unterschiedlichen Aufbauten. Diese Form der LKW kommt häufig in Verbindung mit Silo-Anhängern oder Tiefladern zum Einsatz.

Solo LKW hingegen sind Fahrzeuge, bei denen der Bereich für den Transport von Gütern fest mit der Zugmaschine verbunden ist. Dies sind häufig kleinere LKW, die auf kurzen Strecken zum Einsatz kommen, weil sie kompakter sind als Sattelzüge. Solo LKW können mit Anhängern kombiniert werden und bieten dann mehr Kapazität.

Aufbauvarianten bei LKW

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Aufbau des LKW. Der Aufbau bestimmt, welche Art von Gütern mit dem LKW transportiert werden können. Die einfache Variante sind Container-Auflieger. Diese transportieren die genormten 20- oder 40-Fuß-Container und benötigen somit keinen eigentlichen Aufbau. Flexibel und deshalb weitverbreitet ist der Planenaufbau. Der Frachtbereich hat ein Metallgerüst, das mit einer Plane abgedeckt ist. Hier können Euro-Paletten oder individuelle Güter verladen werden. Ähnlich ist der Kofferaufbau mit einer robusten Stahl- oder Aluminium-Verkleidung. Für den Transport von Lebensmitteln kommen Kühler beziehungsweise Tiefkühler zum Einsatz. Dies sind Kofferaufbauten mit einem eigenen Kühlaggregat. Tanklastwagen sind für alle Arten von Flüssigkeiten gedacht – von Milch bis zu Treibstoffen. Kipper sind für den Transport von Schüttgut wie Kies oder Sand konzipiert.

Aufbauvariationen, die für LKW üblich sind:

  • Pritsche
  • Container-Auflieger
  • Plane
  • Koffer
  • Kühl- und Tiefkühl
  • Tank
  • Silo
  • Autotransporter
  • Kipper
  • Tieflader
  • Schwerlasttransporter
  • Walking Floor
  • Spezialaufbauten

Welche Führerscheinklasse wird für LKW benötigt?

Seit der Harmonisierung der Fahrerlaubnisklassen gelten in der Europäischen Union einheitliche Bezeichnungen und Klassen für Führerscheine. Die Fahrerlaubnisse für LKW unterteilen sich in mehrere Klassen und Unterklassen. Voraussetzung für eine Fahrerlaubnis für LKW ist immer ein Führerschein der Klasse B. Im Folgenden die Führerscheinklassen, die den Bereich der LKW abdecken:

  • C1: LKW bis 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse
  • C1E: LKW mit Anhänger über 750 Kilogramm
  • C: LKW ab 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse
  • CE: LKW mit Anhänger über 750 Kilogramm

Die Klassen CE und C1E sind aufbauende Führerscheinklassen. Sie setzen eine Fahrerlaubnis der Klasse C beziehungsweise C1 voraus. CE berechtigt zum Führen aller Lastzüge und Sattelkraftfahrzeuge. Eine Fahrerlaubnis für einen LKW gilt in der EU immer nur befristet.

Was ist ein LKW Klasse B?

Eine besondere Form von LKW sind Fahrzeuge, deren zulässigen Gesamtmasse 3,5 Tonnen nicht überschreitet. Laut Definition handelt es sich hierbei zunächst um einen PKW. Jedoch ist eine Eintragung und Zulassung als LKW möglich. In diesem Fall wird von einem LKW Klasse B gesprochen, da es möglich ist, dieses Fahrzeug mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B zu führen. Dann gelten diese als leichte Nutzfahrzeuge. Durch eine LKW-Zulassung reduziert sich die Kfz-Steuer. Unternehmen nutzen dies deshalb gerne für Kleintransporter oder Pick-Ups, die primär für den Transport von Material zum Einsatz kommen.

Quellen:

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