Connected Car

Als Connected Car wird ein Fahrzeug bezeichnet, das über eine Internetverbindung verfügt und sie auch mit anderen Geräten im Wagen teilt. Auf diesem Weg ist das Fahrzeug permanent mit einer Reihe von externen Systemen verbunden. Diese Verbindung dient zum Austausch von Daten mit der Umgebung, wobei das vernetzte Fahrzeug sowohl Informationen empfängt als auch sendet.

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Wie ist Connected Car entstanden?

Der Megatrend der Digitalisierung wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens aus. Auch die Fahrzeugtechnik verändert sich durch digitale Lösungen. Ein Teil davon ist das Konzept vom Connected Car, das sich ab 1996 entwickelte. General Motors brachte in Kooperation mit Motorola das System OnStar auf den Markt, bei dem die Möglichkeit zur automatischen Alarmierung von Hilfskräften im Falle von Notsituationen im Vordergrund stand.

Zu Beginn des Jahres 2014 gründete Google die Open Automotive Alliance (OAA). Mit diesem Zusammenschluss von zahlreichen Unternehmen aus dem Automobil- und Technologiesektor entstand eine einheitliche Plattform für die Vernetzung von Fahrzeugen auf Basis des Betriebssystems Android. Mit CarPlay und Windows in the Car folgten ähnliche Lösungen von Apple und Microsoft.

So haben sich Standards etabliert, und die Automobil- sowie IT-Sektoren wuchsen zusammen. Das Ergebnis sind digitale Lösungen für die Vernetzung, die inzwischen oftmals ab Werk in Fahrzeuge integriert sind.

Welche Technik ist für die Umsetzung eines vernetzten Fahrzeugs erforderlich?

Mit LTE und 5G stehen inzwischen mobile Internetverbindungen mit hohen Bandbreiten zur Verfügung. Diese Technik kommt bei der Kommunikation zwischen Fahrzeugen und der Cloud zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es mit Bluetooth, der Nahfeldkommunikation NFC sowie WLAN verschiedene Optionen für die kabellose Kommunikation direkt im Fahrzeug. Auf diese Weise gelingt die Verbindung zum Smartphone sowie anderer Technik im Wagen.

Weitere Komponenten vom Connected Car sind die Cloud und die GPS-Ortung. Die Cloud dient als Daten-Hub und sorgt so für den Zugang zu Daten sowie Anwendungen im Fahrzeug. Über GPS-Empfänger ist die Positionsbestimmung in Echtzeit möglich.

Darüber hinaus wird für das Konzept vom Connected Car fahrzeugspezifische Technik benötigt. Dazu gehören Sensoren und Kameras sowie die IT innerhalb des Fahrzeugs. Alle diese technischen Technologien kommen bei modernen Lösungen für das Connected Car zum Einsatz.

Welche Daten sind über das Connected Car vernetzt?

Die Art und Menge der Daten, die von Systemen im Connected Car verarbeitet werden, hat im Laufe der Zeit immer weiter zugenommen. Dies liegt auch an den schnelleren Datenverbindungen sowie leistungsfähigeren Komponenten, die auf den Markt kommen. Die Daten, die über Connected Car vernetzt sind, lassen sich in die folgenden 3 Gruppen einteilen:

  • Daten aus der unmittelbaren Umgebung
  • Fahrzeugbezogene Informationen
  • Verhaltensdaten des Fahrers

Umgebungsdaten beinhalten unter anderem Wetter- und Verkehrsmeldungen. Aber auch Informationen von der unmittelbaren Infrastruktur gelangen über diesen Kanal in die Fahrzeuge. Zu den fahrzeugbezogenen Informationen gehören unter anderem aktuelle Verbrauchswerte und technische Daten über den Zustand des Wagens. Diese sendet das Connected Car beispielsweise an eine Software in der Cloud. Daten über das Fahrverhalten des Fahrers können dazu genutzt werden, den Fahrstil zu optimieren. So gibt das System Feedback zum Brems- und Beschleunigungsverhalten. Es hilft beim Kraftstoff sparen und fördert umweltschonendes Fahren.

Connected Car im Flottenmanagement

Das Connected Car ist hilfreich bei der Verwaltung von Fahrzeugflotten. So gibt die Anbindung aller Fahrzeuge eines Unternehmens an eine zentrale Plattform der Logistik die Möglichkeit, faktisch in Echtzeit Informationen auszutauschen. In vielen Fällen gelingt dies auch automatisch, beispielsweise bei Meldungen zu Staus, Umleitungen oder Sperrungen. Das Connected Car spielt dem Fahrer automatisch die für ihn relevanten Meldungen ein. Das ist eine deutliche Erleichterung, denn der Fahrer muss sich nicht mehr selbst über diese Faktoren informieren oder aus den Meldungen die Informationen filtern, die ihn betreffen.

Weiterhin dienen die Daten vom Connected Car auch für das elektronische Fahrtenbuch. Darüber hinaus sind die Informationen hilfreich, um Wartungen, Inspektionen oder Reparaturen zu planen. Dies geht allein aus den Daten hervor, ohne dass das betroffene Fahrzeug begutachtet werden muss.

Moderne Lösungen der Telematik wie Tacho 360™ schaffen darüber hinaus die optimale Grundlage für das dezentrale Fahrtenschreiber Auslesen. Auch Fuhrparkleiter können problemlos die Fahrerkarte auslesen.

Die verschiedenen Konzepte beim Connected Car

Abhängig davon, in welcher Form das Fahrzeug kommuniziert, wird zwischen verschiedenen Konzepten unterschieden. Es gibt die folgenden 5 Konzepte im Bereich Connected Car:

  • V2I (Vehicle to Infrastucture)
  • V2V (Vehicle to Vehicle)
  • V2C (Vehicle to Cloud)
  • V2P (Vehicle to Pedestrian)
  • V2X (Vehicle to Everything)

Die verschiedenen Kommunikationsoptionen bringen in der Praxis ganz unterschiedliche Funktionen und Möglichkeiten mit. V2X stellt eine Kombination aller Techniken dar. Diese multifunktionalen Systeme kommunizieren mit allen internen und externen Komponenten.

Vehicle to Infrastucture

Bei Vehicle to Infrastucture kommuniziert das Fahrzeug mit Stationen in der Umgebung. Auf diesem Weg lassen sich externe Informationen zu aktuellen Ereignissen einspielen. Dazu gehören Wetterdaten und Verkehrsmeldungen. So erhält der Fahrer Meldungen über Staus oder Sperrungen und kann direkt auf die Situation reagieren.

Vehicle to Vehicle

Die Kommunikation Vehicle to Vehicle hat zum Ziel, Informationen über die Geschwindigkeit oder die Position zwischen Fahrzeugen in unmittelbarer Nähe zueinander auszutauschen. Auf diese Weise kann ein verbesserter Verkehrsfluss erreicht werden. Dies wird in Zukunft noch mehr Bedeutung erhalten, wenn sich das autonome Fahren etabliert. Dann passen die Fahrzeuge entsprechend den Meldungen die eigene Geschwindigkeit an.

Vehicle to Cloud

Beim Konzept Vehicle to Cloud kommuniziert das Fahrzeug nur mit einem zentralen Punkt, nämlich dem Server in der Cloud. Dies gilt für alle Fahrzeuge, die über V2C verfügen. So entsteht eine zentrale Datenbank mit aktuellen Daten zu unterschiedlichsten Informationen. Da die Kommunikation in 2 Richtungen funktioniert, erhält das Fahrzeug ebenfalls aktuelle Informationen. Diese stammen unter anderem auch von Fahrzeugen aus der direkten Umgebung. So ist eine automatische Kommunikation mit Verkehrsteilnehmern in der Nähe ohne direkte Datenverbindung möglich. Sie ist gleichzeitig anonym und überwindet etwaige Inkompatibilitäten bei den Schnittstellen, die bei unterschiedlichen Systemen einen direkten Datenaustausch verhindern könnten.

Vehicle to Pedestrian

Bei Vehicle to Pedestrian geht es darum, dass das Fahrzeug Fußgänger, Fahrradfahrer und andere Verkehrsteilnehmer ohne Auto wahrnimmt. Dafür kommen neben Funknetzwerken auch Techniken wie die Videoerkennung, Ultraschall oder ein Nahbereichsradar zum Einsatz. Durch die Identifizierung von Fußgängern können Kollisionswarn- und Bremssysteme ausgelöst werden, die dann Unfälle vermeiden. Auch kann der Fußgänger eine Warnung auf sein Smartphone oder ein ähnliches digitales Gerät erhalten.

Die Zukunft vom Connected Car

Das Connected Car ist ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zum autonomen Fahren. Tests mit solchen fahrerlosen Fahrzeugen gibt es seit einigen Jahren, und zum Einsatz kommt immer Technologie aus diesem Bereich. Außerdem hilft die Vernetzung mit anderen Fahrzeugen und der Cloud dabei, Effizienz und Sicherheit zu steigern. In naher Zukunft wird es noch mehr intelligente Technik für Fahrzeuge geben, die auf der Vernetzung aufbaut und Daten mit anderen Verkehrsteilnehmern austauscht.

Quellen:

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