OBD

Ein System für die Fahrzeugdiagnose. OBD ist die Abkürzung für On-Board-Diagnose. Das System besteht aus einem internen Speicher und einer Schnittstelle. Während der Fahrt zeichnet der Speicher eine Reihe von Daten auf. Über die Schnittstelle können die Daten später ausgelesen werden. Basierend auf diesen Informationen sind dann Analysen des Fahrzeugzustands möglich.

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Die Geschichte und Entstehung von OBD und anderen Fahrzeugdiagnose-Systemen

Systeme für die On-Board-Diagnose in Fahrzeugen gibt es bereits seit 1965. Volkswagen war einer der ersten Hersteller, der eine Zentralsteckdose mit Diagnosestecker installierte. Diese Technik basierte noch auf Rechnern mit Lochkarten. Die Weiterentwicklung war das ALDL-System, das von General Motors 1980 in den USA eingeführt wurde. Es griff bereits auf elektronische Daten der Motorsteuerung und des Abgassystems zu.

Das moderne OBD wurde im Jahr 1988 vom California Air Resources Board entwickelt. Dies ging auf Bestrebungen zurück, die Luftqualität in Kalifornien zu verbessern, was durch eine bessere Kontrolle der Abgaswerte erreicht werden sollte. OBD I erfüllte in der Praxis jedoch nicht die gesteckten Ziele. Wieder war es das California Air Resources Board, das neue Regeln und diesmal auch Standards für ein On-Board-Diagnose-System festlegte. So entstand 1994 OBD II. Dieses Diagnosesystem wurde zunächst in den USA Pflicht. Fahrzeuge, die in Kalifornien verkauft wurden, mussten ab 1996 über dieses System verfügen.

Was sind die Unterschiede zwischen OBD und OBD 2/OBD II?

Die Bezeichnung OBD 2 suggeriert, dass es sich um den Nachfolger des originalen Systems handelt. Dies stimmt jedoch nur bedingt. So hatte das erste OBD-System keine Standards. Vielmehr verbaute jeder Fahrzeughersteller Systeme mit eigenen Anschlüssen und Software. Eine einheitliche Möglichkeit zum Auslesen ist somit bei Fahrzeugen mit diesem Diagnosesystem nicht möglich. Es wird stattdessen ein herstellerspezifisches System für den Zugriff auf den Fehlerspeicher benötigt.

OBD-2 folgt dagegen einem klaren Standard. Die Schnittstelle ist genauso wie die Software genormt. Daher existieren inzwischen universelle Lesegeräte für die Fahrerkarte. Somit ist jede Werkstatt in der Lage, den Fehlerspeicher eines Fahrzeugs mit OBD-2 auszulesen. Mit älteren Fahrzeugen muss hingegen eine Vertragswerkstatt der Automarke aufgesucht werden.

Zudem hat OBD-2 auch Standards eingeführt, was die Daten betrifft. Bei OBD-Systemen entschied der Fahrzeughersteller, welche Informationen gespeichert werden. In OBD-2 existieren dagegen Normen für die Fehlercodeanalyse. Diese Standard-Fehlercodes geben dann Auskunft, zu welcher Baugruppe ein gespeicherter Fehler gehört.

Welche Fahrzeuge haben OBD oder OBD 2?

Lange Zeit war es keine Pflicht, ein Fahrzeugdiagnosesystem einzubauen. OBD in der ersten Version war ein System, das einige Fahrzeughersteller einbauten und primär für die Eigendiagnose in Vertragswerkstätten einsetzten. Dies änderte sich mit der Einführung von OBD II, die 1996 erfolgte.

Jedoch besitzen längst nicht alle Fahrzeuge ab dem Baujahr 1996 eine OBD-Schnittstelle. Dies gilt sowohl für OBD als auch für OBD-2. Für Benziner wurde eine OBD-2-Schnittstelle ab dem Baujahr 2001 verpflichtend. Dieselfahrzeuge werden seit 2004 serienmäßig mit OBD-2 ausgerüstet.

Wie gelingt der Zugriff auf OBD?

Die Daten, die OBD aufzeichnet, befinden sich in einem internen Speicher. Der Zugriff ist über die Schnittstelle möglich. Daran lassen sich Analysegeräte anschließen. Es gibt dafür eine Reihe von Optionen. Die klassische, kabelgebundene Option sind stationäre Analysegeräte. Sie werden vor allem von Werkstätten eingesetzt. Oftmals verfügen stationäre Systeme über einen Drucker. Die handlichere Version sind Hand-Diagnosegeräte. Sie werden ebenfalls per Kabel mit der Schnittstelle verbunden.

Weiterhin gibt es eine Reihe von kabellosen Möglichkeiten, auf den OBD-Speicher zuzugreifen. Dazu gehören OBD-2-Scanner mit Bluetooth und GPS OBD Dongle. Beide erlauben es nicht nur, Daten aus dem Fehlerspeicher zu lesen, sondern übertragen auch Informationen während der Fahrt. Für den Zugriff auf OBD-2-Scanner mit Bluetooth sind ein Smartphone oder ein Tablet und eine räumliche Nähe zum Fahrzeug erforderlich. Scanner mit USB-Ausgang stellen eine direkte Schnittstelle zu Computern bereit. OBD Dongle mit GPS übertragen hingegen die Informationen über das Mobilfunknetz. Folgende Systeme kommen primär beim Zugriff auf das Fahrzeugdiagnosesystem zum Einsatz:

  • OBD-Analysegeräte für die Werkstatt
  • Hand-Diagnosegeräte
  • OBD-Dongle mit GPS
  • OBD-2-Scanner mit Bluetooth, WLAN oder USB

Wo befindet sich die OBD-Schnittstelle?

Die Position der OBD-Schnittstelle war lange Zeit nicht reguliert. Dementsprechend befindet sich die Schnittstelle bei älteren Fahrzeugen beispielsweise im Motorraum oder hinter einer Abdeckung im Kofferraum. Auch im Innenraum kann sich die OBD-Schnittstelle befinden.

Mit der Einführung von OBD-2 hat sich das geändert. Die Regularien sehen vor, dass die OBD-2-Schnittstelle leicht zugänglich sein muss. Die meisten Hersteller installieren den Port deshalb unterhalb der Lenksäule. Teilweise befindet sich die Schnittstelle auch im Bereich des Handschuhfachs. Die Position ist in jedem Fall in der Bedienungsanleitung vermerkt.

Welche Funktionen bietet OBD?

OBD stellt eine Reihe von Funktionen bereit. Das System ist zum einen als Fehlerspeicher konzipiert. Registriert eine Komponente im Wagen, die an das OBD-System angeschlossen ist, eine Fehlfunktion, wird dies im Speicher abgelegt. Über die Schnittstelle ist es dann möglich, zu einem späteren Zeitpunkt alle Fehler auszulesen. Zum anderen erlauben moderne OBD-Systeme auch die Kontrolle von Daten in Echtzeit. Dafür wird das Fahrzeug in der Werkstatt an ein Diagnosegerät angeschlossen und Tests unterzogen. Dies hilft bei der Suche nach spezifischen Fehlern. Eine weitere Möglichkeit, die die OBD-Schnittstelle bietet, ist die Veränderung von Einstellungen. Viele Systeme, die elektronisch gesteuert werden, sind über OBD erreichbar. Mit entsprechenden Diagnosegeräten lassen sich die Einstellungen direkt anpassen. Dies sind die zentralen Funktionen, die OBD bereitstellt:

  • Informationen aus dem Fehlerspeicher auslesen
  • Fehlerspeicher löschen
  • Daten in Echtzeit auslesen (auch für GPS Fahrzeugortung)
  • Elektronische Einstellungen im Fahrzeug verändern

Welche Daten zeichnet ein On-Board-Diagnose-System auf?

Moderne OBD-II-Systeme zeichnen eine Reihe von Informationen auf. Ursprünglich war die On-Board-Diagnose vor allem auf das Abgassystem ausgerichtet. Inzwischen sammelt das Diagnosesystem viele weitere Informationen. Dies liegt auch daran, dass immer mehr Elektronik in Fahrzeugen vorhanden ist. Auf diesem Weg lassen sich Daten über OBD sammeln. Folgende Informationen speichert und stellt OBD-2 bereit:

  • Werte der Lambdasonde
  • Daten vom Inkrementenrad
  • Wirkungsgrad des Katalysators
  • Luftmengenzufuhr
  • Funktionen der Abgasrückführung
  • Funktionen des Sekundärluftsystems
  • Motorlast
  • Drehzahl
  • Drehmoment

Die folgenden Informationen finden sich nicht bei allen OBD-Systemen. Ob die Daten vorhanden sind, hängt vom Hersteller sowie dem eingesetzten Analysegerät ab:

  • Temperaturüberwachung von Kühlwasser und Motoröl
  • Treibstoffverbrauch
  • Turbodruck
  • Batteriezustand
  • Spannung der Batterie
  • Tankfüllstand
  • Außentemperatur

Sie sind bei einem modernen Fuhrparkmanagement wichtig Bestanteil, der über die gesetzlichen Pflichten zum Fahrerkarte auslesen und Fahrtenschreiber auslesen hinausgeht.

Mit OBD Einstellungen im Fahrzeug verändern

Eine weitere Funktion, die OBD bietet, ist die Änderung von Einstellungen. Bestimmte Abläufe in Fahrzeugen sind elektronisch gesteuert. Dies betrifft beispielsweise Abläufe im Motor, wie etwa das Timing der Verbrennung oder die Luftmenge. OBD erlaubt es, die Speicher neu zu programmieren und so diese Einstellungen zu verändern. In diesem Zusammenhang wird OBD im Fahrzeugtuning eingesetzt. Zu beachten ist jedoch, dass durch solche Änderungen Garantieleistungen des Herstellers beeinträchtigt werden können.

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Quellen:


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