Ladungssicherung bei Pkw

Auch normale Pkw werden häufig zum Transport von schweren oder sperrigen Gütern eingesetzt. Da diese Fahrzeuge oft nicht für solche Zwecke ausgelegt sind und der Stauraum begrenzt ist, kommt es häufig zu einer ungenügenden Ladungssicherung bei Pkw. Fahrzeughalter und Fahrer sollten deshalb besonders auf die Ladungssicherung achten, denn eine falsch oder gar nicht gesicherte Ladung im Pkw wird schnell zur Gefahr.

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Pflicht zur Ladungssicherung im Pkw

Es gibt bei der Pflicht zur Ladungssicherung keine Unterschiede zwischen privaten und gewerblichen Transporten. Ebenfalls sind alle Klassen von Fahrzeugen betroffen. Somit fallen auch Pkw unter die gesetzlichen Regelungen für die Ladungssicherung. Diese ergibt sich aus § 22 der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Zusätzlich ist eine Reihe von Richtlinien vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) für die Ladungssicherung erschienen. Relevant für Pkw sind VDI 2700 Blatt 12 „Ladungssicherung von Getränkeprodukten“ sowie VDI 2700 Blatt 15 mit dem Titel „Rutschhemmende Materialien“. Hier finden sich konkrete Richtlinien, wie die Ladungssicherung in der Praxis umgesetzt wird.

Welche Punkte müssen beim Transport mit dem Pkw berücksichtigt werden?

Wer sperrige oder schwere Lasten im Pkw transportieren möchte, sollte einige Punkte beachten. Es ist vor allem die maximale Zuladung zu berücksichtigen. Diese ist von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich. Die genaue maximale Zuladung muss errechnet werden. In der Zulassungsbescheinigung Teil 1 ist unter dem Punkt F.2 die zulässige Gesamtmasse vermerkt. Davon wird die Leermasse abgezogen, die unter Punkt G eingetragen ist.

Diese erlaubte Zuladung beinhaltet alles, was sich im Fahrzeug befindet. Somit zählen auch das Gewicht des Fahrers, weiterer Personen sowie des Dachgepäckträgers dazu. Fahrzeuge der Kompaktklasse, zu denen so beliebte Modelle wie der VW Golf gehören, haben oft eine maximale Zuladung von unter 600 Kilogramm. Der Transport von schweren Gütern kann also schnell grenzwertig werden.

Welche Möglichkeiten der Ladungssicherung gibt es in einem Pkw?

Die Optionen zur professionellen Ladungssicherung im Pkw sind meist begrenzt. In Nutzfahrzeugen stehen Möglichkeiten zum Laschen der Ladung zur Verfügung, die es in Autos in der Regel nicht gibt.

In erster Linie ist es sinnvoll, auf eine formschlüssige Ladungssicherung zu achten. Darunter wird verstanden, dass die Güter so verladen werden, dass sie möglichst an allen Seiten dicht mit dem Fahrzeug abschließen. Das verhindert, dass die Ladung durch Brems- oder Beschleunigungsmanöver sowie auch bei Unfällen in Bewegung gerät.

Zusätzlich lassen sich Hilfsmittel für die Ladungssicherung im Pkw beim Transport einsetzen. Hier sind verschiedene Optionen zu nennen. In erster Linie sind dies:

  • Spanngurte
  • Gepäcknetze
  • Anti-Rutschmatten

Generelle Tipps und Regeln für die Ladungssicherung im Pkw

Beim Transport im Pkw gibt es einige grundsätzliche Punkte zu beachten. So sollte der Transport möglichst im Kofferraum und nicht im Innenraum durchgeführt werden. Dort ist die Ladung einfacher und besser zu sichern. Wenn es möglich ist, sollte zudem die Rückbank nicht umklappt sein. Sie dient als zusätzlicher Schutz und kann für die Ladungssicherung genutzt werden.

Beim Transport von Kleinteilen sind diese vorher in Kartons zu verstauen. Diese können dann einfacher gesichert werden und stellen keine gefährlichen Objekte mehr dar. Dies gilt besonders beim Transport von Glas und ähnlichen zerbrechlichen Dingen, die bei einem Unfall zu gefährlichen Verletzungen führen können. Werden mehrere Ladungsstücke transportiert, dann sollten die schweren und großen Güter immer die unterste Position einnehmen.

Ratsam ist es außerdem, immer Hilfsmittel für die Ladungssicherung im Pkw mitzuführen. Das sollte mindestens ein Netz für die Ladungssicherung sein. Damit lässt sich dann sogar ein Wasser- oder Bierkasten beim Wocheneinkauf sichern.

Die Ladungssicherung im Pkw-Kofferraum

Ein Großteil der Transporte im Pkw findet im Kofferraum statt. Dementsprechend hat die korrekte Ladungssicherung im Pkw-Kofferraum Priorität. Auch hier spielt die formschlüssige Ladungssicherung eine zentrale Rolle. Gerade schwere Objekte mit einer hohen Dichte müssen hier ordentlich gesichert werden. Hilfreich bei der formschlüssigen Ladungssicherung sind leichte, robuste Dinge, mit denen Leerräume zwischen dem Transportgut und dem Fahrzeug geschlossen werden. Sinnvoll sind Gepäcknetze, die seitlich am Boden des Kofferraums befestigt werden und so die Ladung an Ort und Stelle halten.

Die Ladungssicherung bei Pkw auf Anhängern

Beim Transport von großen und unhandlichen Objekten greifen viele Autobesitzer auf einen Anhänger zurück. Dies ist grundsätzlich eine gute Idee, denn Anhänger sind besser für den Transport von Ladung geeignet als der Pkw. Die Pflicht für die Ladungssicherung auf dem Anhänger ist im § 22 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung geregelt.

Auch hier haben die formschlüssige und kraftschlüssige Ladungssicherung Priorität. Die Ladung sollte zunächst so platziert werden, dass sie möglichst flach liegt. Dabei muss auf eine gleichmäßige Verteilung des Gewichts geachtet werden. Beim Gewicht sind weiterhin die zugelassene Anhängelast des Zugfahrzeugs, die maximale Nutzlast des Anhängers sowie die zulässige Gesamtmasse entscheidend.

Für die eigentlich Ladungssicherung im Pkw auf Anhängern kommen dann Hilfsmittel wie Anti-Rutschmatten, Spanngurte, Transportnetze und auch Planen zum Einsatz. Wichtig ist, die passende Maßnahme für das jeweilige Transportgut zu wählen. Ebenfalls ist es entscheidend, darauf zu achten, dass die Spanngurte, Netze oder andere Hilfsmittel ausreichend Sicherungskraft bieten.

Überlange oder hohe Ladung sichern und kennzeichnen

Gerade beim Transport im Pkw kommt es vor, dass die Ladung nicht vollständig in das Fahrzeug passt. Die Ladungssicherung im Pkw beim Transport von überlangen Objekten muss bestimmte Eigenschaften erfüllen. So ist bei einer Fahrt von maximal 100 Kilometern eine Überlänge von maximal 300 Zentimetern über das Heck hinaus erlaubt. Ist die Fahrt länger als 100 Kilometer, sind hingegen nur 150 Zentimeter zulässig. Ab einer Überlänge von 100 Zentimetern muss die Fracht mit einer gut sichtbaren, roten Fahne gekennzeichnet sein. Nachts müssen zusätzlich ein rotes Warnlicht sowie ein Rückstrahler angebracht werden.

Bei hohen Objekten, die auf dem Dach transportiert werden, sind die Regelungen strikter. Hier ist nur ein Überhang von 50 Zentimetern über die Fahrzeuglänge nach vorne zugelassen und auch nur, wenn die Ladungshöhe 250 Zentimeter übersteigt. Ansonsten darf die Ladung auf dem Dach die Fahrzeuglänge nicht überragen. Zusätzlich ist eine ordentliche Sicherung mit Gurten und Netzen erforderlich.

Welche Gefahren gehen von schlecht gesicherter Ladung im Pkw aus?

Ungesicherte Ladung im Auto wird besonders bei Unfällen und Vollbremsungen schnell zu einer Gefahr. Ein Ladungsstück mit einem Gewicht von 150 Kilogramm wird bei einem Unfall mit einer Geschwindigkeit von nur 45 Stundenkilometern zu einem Objekt mit einer Massenkraft von mehr als 7 Tonnen. Fliegt eine solche Ladung ungesichert in der Fahrgastzelle umher, kann sie zu einem tödlichen Geschoss werden.

Wie sehen bei einer ungenügenden Ladungssicherung im Pkw die Strafen aus?

Wer Ladung ohne Sicherung oder ungenügend gesichert transportiert, muss bei Kontrollen durch die Polizei mit einem Bußgeld rechnen. Das Strafmaß ist unabhängig davon, mit welchem Fahrzeug der Verstoß begangen wurde. Dementsprechend drohen auch bei schlechter Ladungssicherung im Pkw hohe Strafen. So liegt die Strafe bei 35 Euro, wenn die Ladung nicht verkehrssicher verstaut ist. Die Bußgelder können bis zu 240 Euro betragen. Zusätzlich drohen Punkte in Flensburg, wenn es aufgrund der ungenügenden Ladungssicherung zu einem Unfall kam oder die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wurde. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Ladungssicherung und Bußgelder.

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Quellen:

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