Lkw-Fahrer

Der Beruf des Lkw-Fahrers

Die Tätigkeit als Kraftfahrer ist ein anstrengender und fordernder Beruf. Fahrer sind oft mehrere Tage weit entfernt von zu Hause unterwegs und durchqueren mit dem Lkw verschiedene Regionen Europas und sogar darüber hinaus. Gleichzeitig ist diese Abwechslung für viele Menschen reizvoll und bringt sie dazu, den Beruf des Lkw-Fahrers zu ergreifen.

Wer Berufskraftfahrer werden möchte, benötigt eine Reihe von Qualifikationen, die zudem regelmäßig erneuert werden müssen. Auch die Tätigkeit selbst bringt deutlich mehr mit als nur das Fahren eines Lkw. Das reicht von den Gesetzen, die Kraftfahrer kennen müssen, bis hin zu steuerlichen Regelungen zu den Spesen.

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Was macht ein Lkw-Fahrer?

Die primäre Aufgabe eines Lkw-Fahrers ist natürlich, ein Fahrzeug von A nach B zu bewegen. Jedoch gehört zum Berufsalltag eines Kraftfahrers noch deutlich mehr als das Steuern eines Nutzfahrzeugs. Zu den täglichen Aufgaben eines Lkw-Fahrers gehören neben dem Fahren noch folgende Tätigkeiten:

  • Überwachung oder eigenständige Durchführung von Be- und Entladung der Fracht
  • Abfahrtkontrollen von Lkw
  • Kontrolle sowie Vervollständigung der Transportdokumente
  • Planung von Routen, Tagesabläufen und Zeitplänen
  • Kontrolle von Technik, Sicherheit und Zustand des Fahrzeugs
  • kleinere Reparaturen und Wartungen am Fahrzeug
  • Tanken, Waschen und ähnliche laufende Tätigkeiten

Der Alltag eines Lkw-Fahrers

Der typische Arbeitstag eines Lkw-Fahrers ist lang und mit vielen Aufgaben gefüllt. Zu den ersten Tätigkeiten vor einer Fahrt gehört es, den digitalen Fahrtenschreiber im Lkw zu aktivieren und die entsprechenden Eingaben zu machen. Danach beginnt die Abfahrtkontrolle. Anschließend startet die eigentliche Fahrt, möglicherweise inklusive Auf- oder Abladen. Der Lkw-Fahrer plant seine Route sowie auch möglichst genau die Arbeitszeit. Dabei beachtet er die gesetzlichen Vorschriften, zu denen die vorgeschriebenen Pausen zählen. Spätestens nach einer Fahrtzeit von 4,5 Stunden ist eine Pause von mindestens 45 Minuten vorgeschrieben. Zudem darf die Lenkzeit pro Tag 9 Stunden nicht überschreiten und muss die weiteren Lenk- und Ruhezeiten einhalten. Weiterhin gilt es, das Sonntagsfahrverbot zu berücksichtigen. Liegen auf der Strecke Fähren oder Züge, plant der Fahrer auch hier selbständig die Routen und Zeiten.

Wenn die Fahrer wieder zurück auf dem Werkgelände ihrer Firma sind, müssen sie häufig nach den gesetzlichen Vorgaben ihre Fahrerkarte auslesen lassen. Mit der intelligenten Fahrtenschreiber Lösung Tacho 360™ von FleetGO kann das Fahrtenschreiber Auslesen jedoch auch ganz automatisch und remote geschehen.

Was verdient ein Lkw-Fahrer?

Das Lkw-Fahrer-Gehalt bewegt sich in einem recht breiten Spektrum. Dies liegt an den unterschiedlichen Einsatzbereichen sowie den Kraftfahrerzulagen, die für bestimmte Beförderungen gewährt werden. Dies betrifft vor allem Kraftfahrer im internationalen Verkehr sowie Fahrer im Personen-, Kurier- und Besorgungsverkehr.

Das Einstiegsgehalt für Lkw-Fahrer in Deutschland liegt bei etwa 25.000 Euro brutto im Jahr. Im Durchschnitt verdient ein Kraftfahrer rund 31.500 Euro brutto jährlich. Im oberen Bereich liegt das Lkw-Fahrer-Gehalt bei etwa 36.600 Euro brutto. Erfahrene Fernfahrer und Lkw-Fahrer mit Kraftfahrerzulagen verdienen hingegen bis zu 50.000 Euro brutto im Jahr.

Was sind Spesen für Lkw-Fahrer?

Lkw-Fahrer sind oft längere Zeit unterwegs. Das führt dazu, dass sie sich unterwegs verpflegen oder im Fahrzeug übernachten müssen. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten, beispielsweise für Mahlzeiten an Autobahnrasthöfen, die im direkten Zusammenhang mit der Ausübung des Berufs stehen. In diesem Zusammenhang wird von Spesen von Lkw-Fahrern gesprochen.

Wie wird man Lkw-Fahrer?

Es gibt 3 gängige Wege, wie der Einstieg in den Beruf des Kraftfahrers gelingt. Dabei handelt es sich um:

  • klassische Ausbildung zum Berufskraftfahrer
  • Umschulung über die Arbeitsagentur bei längerer Arbeitslosigkeit
  • abgekürzte Qualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz

Für den Weg über die Berufsausbildung sind keine besonderen Qualifikationen erforderlich. Die meisten Personen, die eine Ausbildung beginnen, besitzen einen Haupt- oder Realschulabschluss. Wer bereits im Besitz eines Führerscheins der Klasse CE ist, kann eine beschleunigte Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz absolvieren. Sie besteht aus 140 Unterrichtsstunden und einer abschließenden Prüfung. Die so erworbene Qualifikation wird als EU-Kraftfahrer CE bezeichnet. Wer eine längere Zeit arbeitslos ist, kann zudem über die Arbeitsagentur eine Umschulung beantragen. Die Kosten für den Führerschein werden dann zumindest anteilig oder per Darlehen von der Arbeitsagentur übernommen, wenn die Maßnahme bewilligt wird.

Was braucht ein Lkw-Fahrer noch?

Für die Ausübung des Berufs als Kraftfahrer sind noch einige zusätzliche Qualifikationen und Nachweise erforderlich. Geregelt sind die Vorgaben im Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG). Darin sind die folgenden Punkte vorgeschrieben, die Fahrer nachweisen müssen, wenn sie gewerblich Nutzfahrzeuge bewegen möchten:

  • Gesundheitsprüfung
  • Grundqualifikation
  • gültige Weiterbildung

Die Gesundheitsprüfung stellt sicher, dass der Fahrer in der Lage ist, einen Lkw sicher zu bewegen. Die Gesundheitsprüfung muss zusammen mit dem Führerschein der Klassen C und CE alle 5 Jahre erneuert werden. Zur Gesundheitsprüfung gehören ein Sehtest, die Überprüfung der allgemeinen Gesundheit sowie eine Kontrolle des Hörvermögens.

Bei der Grundqualifikation handelt es sich um eine theoretische und praktische Prüfung, die bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt wird. Sie wird im Rahmen der Berufsausbildung oder einer Weiterbildung sowie bei der beschleunigten Grundqualifikation automatisch erworben. Ansonsten ist die Weiterbildung ebenfalls alle 5 Jahre Vorschrift.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Lkw-Fahrer?

Als Lkw-Fahrer übt man in Deutschland einen klassischen Ausbildungsberuf aus. Die Ausbildungsdauer beträgt 3 Jahre und findet im dualen System statt. Das heißt, dass Auszubildende einen Teil der Zeit in der Berufsschule verbringen und dort die Theorie erlernen, während der andere Teil der Ausbildung praktisch in einem Betrieb erfolgt.

In den meisten Fällen setzen die Arbeitgeber voraus, dass ein Führerschein der Klasse B vor Beginn der Ausbildung vorhanden ist. Weitere Führerscheinklassen, die für das Fahren von Lkw benötigt werden, erwerben Auszubildende hingegen während der Lernphase. Dies sind die Fahrerlaubnisse der Klassen C und CE. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung darf die Berufsbezeichnung Berufskraftfahrer/in verwendet werden. Der Verdienst während der Ausbildungszeit staffelt sich wie folgt (Stand 2022):

  • 1. Ausbildungsjahr: 585 bis 670 Euro/Monat
  • 2. Ausbildungsjahr: 690 bis 720 Euro/Monat
  • 3. Ausbildungsjahr: 790 bis 800 Euro/Monat

Welche Zusatzqualifikationen gibt es für Berufskraftfahrer?

Berufskraftfahrer haben die Möglichkeit, sich fortzubilden. Besonders beliebt ist der ADR-Schein für Gefahrguttransporte. Ohne ihn dürfen Lkw-Fahrer bestimmte Gefahrengüter wie Benzin nicht transportieren. Ein ADR-Schein lässt sich beispielsweise in Lehrgängen an der DEKRA-Akademie erwerben. Teilweise zahlen die Speditionen die Kurskosten für die eigenen Fahrer. Eine solche Fortbildung dauert inklusive Prüfung in der Regel 7 Werktage. Ein ADR-Schein verbessert die Verdienstmöglichkeiten.

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Quellen:


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