Der intelligente Fahrtenschreiber

Seit dem 15. Juni 2019 hat der Europäische Rat die Pflicht zum Einbau von „intelligenten Fahrtenschreibern“ in allen Bussen und Lastwagen, die ab diesem Datum zugelassen werden sollen, festgelegt. Diese Verpflichtung ist das Ergebnis einer neuen Verordnung, die die Durchsetzung einfacher und auch europaweit gleichwertig macht, mit dem Ziel eines fairen Wettbewerbs. Aus Gründen der Klarheit können ältere Fahrtenschreibermodelle auch nach diesem Datum noch in bestehenden Fahrzeugen verwendet werden.

In jedem europäischen Fahrzeug, das nach dem 15. Juni 2019 zugelassen wurde, muss ein intelligenter Fahrtenschreiber eingebaut werden. Um die Daten dieser neuen Fahrtenschreibergeneration herunterladen zu können, müssen Sie Ihre Download-Ausrüstung aktualisieren. Wenn Sie bisher noch keine intelligenten Fahrtenschreiber oder die neue Fahrerkarte in Ihrer Flotte benutzen, müssen Sie noch nichts unternehmen. Aber sobald Ihre Flotte umgestellt wird oder Fahrer die neue Fahrerkarte nutzen, sollten Sie eine Aktualisierung durchführen.

Wenn Sie Remote Tacho Download vonFleetGO verwenden, müssen Sie sich keine Gedanken machen, alle unsere Systeme sind mit den neuesten Fahrtenschreibern kompatibel. Lesen Sie mehr über Remote Tacho Download.

Regulation erfordert Erneuerung

Die Fahrtenschreiberregulierungen wurden häufig erneuert, da die technologischen Entwicklungen immer weiter fortschreiten. Die ersten europäischen Fahrtenschreiberregelungen zu Fahrt- und Ruhezeiten sowie der Verwendung von Fahrtenschreibern traten bereits 1969 in Kraft. Anschließend dauerte es bis in das Jahr 2006 bis der verpflichtende digitale Fahrtenschreiber als Nachfolger des analogen Fahrtenschreibers benannt wurde. Die Idee des neuen „intelligenten“ Fahrtenschreibers im Jahr 2019 ist der nächste Schritt. Natürlich bleibt das Endziel, die Erhöhung der Verkehrssicherheit und der faire Wettbewerb in Europa, unverändert. Aber trotz der strikten Vorschriften und Kontrollen, werden Fahrtenschreiber und Fahrtenschreiberdaten immer noch häufig manipuliert. Der neue intelligente Fahrtenschreiber sollte Betrug und Manipulierungen allerdings noch weiter erschweren.

Die vorgeschlagene Erneuerung ist in einer Verordnung des Europäischen Parlaments festgelegt und läuft auf eine Reihe von neuen Merkmalen und Regeln hinaus. Hier können Sie eine Zusammenfassung der neuen Regulierung lesen: Anhang 1c 165/2014.

Der Name ‘intelligenter Fahrtenschreiber’

Die neue Generation von Fahrtenschreibern wird „intelligent“ genannt, da die Manipulation erschwert wurde, viel mehr Daten verarbeitet werden können und eine ganze Reihe von neuen Funktionen hinzugefügt wurde.

Die neuen verpflichtenden Funktionen

  • Eine ITS-Oberfläche (Intelligent Transport Systems) – diese erlaubt das Teilen von Fahrzeugdaten und anderen Daten mit anderen Systemen. Zum Beispiel dem Download-System aber auch anderen Systemen wie on-board-Computern und mobilen Apps.
  • GNSS (Global Navigation Satellite System, oder GPS + GLONASS). Da der Fahrtenschreiber ebenfalls über ein verbundenes GNSS-Modul (eine Kombination aus GPS und GLONASS) verfügt, ist er deutlich „intelligenter“ in Bezug auf Ortsinformationen und zusätzliche Geschwindigkeitsdaten. Darüber hinaus helfen die Ortsinformationen, zu bestimmen, wie viel Arbeitszeit die Fahrer in einem bestimmten Land verbracht haben. Dies hilft, unfairen Wettbewerb zu reduzieren.
  • Eine DSRC-Oberfläche (Dedicated Short Range Communication) – dieses Modul erlaubt es überwachenden Behörden, Daten aus (kurzer) Entfernungen auszulesen und so Betrugsversuche aufzudecken. Diese Oberfläche dient ausschließlich als Auswahlwerkzeug, ob mit einer weiteren Kontrolle fortgefahren werden soll oder nicht und sie führt nicht zu automatischen Bußgeldern. Das war zwar die Absicht in früheren legislativen Vorschlägen, aber verschiedene Interessengruppen haben hiergegen Einspruch erhoben. Wenn keine Anzeichen von Betrug gefunden wurden, werden alle Daten, die über DSCR gesammelt wurden, nach 3 Stunden gelöscht. Allgemeine Straßenkontrollen können weiterhin ohne diese Vorauswahl durchgeführt werden.

Die wichtigsten neuen Regeln

Die neuen Regeln gelten für den Einbau, die Kalibrierung und die Anzeige des Fahrtenschreibers. Weiterhin gibt es viele Änderungen in den Regeln. Es muss keine unterschriebene Abwesenheitserklärung (Patronatserklärung, früher: „Urlaubsbrief“) mehr vorliegen, da alle Ruhezeiten manuell in den Fahrtenschreiber eingegeben werden müssen. Eine manuell eingetragene Erklärung über die Abwesenheit innerhalb des Fahrzeugs ist ausreichend. Außerdem wird der Freistellungsradius für Fahrtenschreiber beim Transport lebender Tiere von 50 auf 100 Kilometer erweitert.

Marktauswirkungen

Wie bereits erwähnt soll die Fahrtenschreiberregulierung ebenfalls einen fairen Wettbewerb fördern. Die Verpflichtung zu intelligenten Fahrtenschreibern unterstützt die Koordination in Europa, da sie die Durchsetzung in den Mitgliedsstaaten erleichtert und eine Standardisierung damit ebenfalls erleichtert wird. Zum Beispiel sollte eine Kontrolle in Frankreich irgendwann zu den gleichen Ergebnissen kommen, wie eine Kontrolle in den Niederlanden, Deutschland oder Spanien. Auf Grundlage einer europäischen Richtlinie sollten alle Mitgliedstaaten eine Mindestanzahl von Straßen- und Betriebskontrollen durchführen. Mitgliedsstaaten sollten alle zwei Jahre einen Bericht hierüber an die Europäische Kommission übermitteln. Auf diese Weise können die Mitgliedsstaaten sich gegenseitig kontrollieren und einschätzen, ob der „Inspektionsdruck“ in allen Mitgliedsstaaten gleich ist. Dies trägt zu gleichen Wettbewerbsbedingungen bei.

Der „intelligente Fahrtenschreiber“ ist die Zukunft

Die neuen Regeln und Technologien betonen ein weiteres Mal, dass der Fahrtenschreiber ein wichtiges Werkzeug für Europa ist und bleiben wird. Die positive Seite ist, dass der Fahrtenschreiber immer weniger als Kontrolleinheit, sondern auch als Assistenzwerkzeug für Fahrer und Transportunternehmen angesehen wird. Die von den neuesten Fahrtenschreibern generierten Daten werden in ihrer Art immer umfangreicher, genauer aufgezeichnet und für ihre Anwendung immer relevanter. Die modernen (intelligenten) Transportunternehmen werden – neben dem „Zeitsystem“ – auch die anderen Systeme und Datenanwendungen entdecken und verwenden, um ihren Betrieb zu optimieren.