Fahrtenschreiberkarten

Es gibt vier Arten von Smart Cards, die mit einem digitalen Fahrtenschreiber verwendet werden können: Die Fahrerkarte, die Firmenkarte, die Kontrollkarte und Werkstattkarte. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Verwendung jeder einzelnen Kartenart, ihren Aufbau und die wichtigsten Funktionen.

Fahrerkarten für Fahrtenschreiber

Sobald ein Bus oder LKW mit einem digitalen Fahrtenschreiber ausgestattet ist, benötigt der Fahrer eine Fahrerkarte, um dieses Fahrzeug fahren zu dürfen. Die Fahrerkarte hat einen überwiegend weißen Hintergrund.
Die Fahrerkarte registriert die Daten und Zeiten, wann sie verwendet wurde, um ein Fahrzeug zu fahren und in welchem Fahrzeug sie verwendet wurde. Sie zeichnet den Kilometerstand des Fahrzeugs, das Kennzeichen, die Zeit und die Gesamtdistanz jeder Fahrt sowie die Aktivitätszustände der jeweiligen Fahrt auf. Sie speichert außerdem, falls Beifahrer mitfahren, die Details über diese auf. Die Fahrerkarte speichert die aufgezeichneten Daten für jeden Tag, an dem sie verwendet wird und hat eine durchschnittliche Speicherdauer von 28 Tagen. Die Daten der letzten 365 Tage werden ebenfalls auf dem internen Speicher des digitalen Fahrtenschreibers, in dem die Karte verwendet wurde, gespeichert und können heruntergeladen oder auf dem Bildschirm des Fahrtenschreibers angezeigt werden. Die Daten der Fahrerkarte können auf dem Bildschirm des Fahrtenschreibers angezeigt werden, über die Fahrzeugeinheit des Fahrtenschreibers ausgedruckt oder über ein Kartenlesegerät oder ein anderes spezielles Gerät heruntergeladen werden. Es ist zwar technisch möglich, ein Fahrzeug ohne Fahrerkarte zu fahren, allerdings ist dies gegen die Vorschriften und das Fahrzeug selbst wird aufzeichnen, sobald es ohne Fahrerkarte gefahren wird. Ein Fahrer kann nur eine Karte besitzen und jede Fahrerkarte ist für 5 Jahre gültig. 

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Was ist eine Fahrerkarte?

Alle Fahrer von gewerblichen Kraftfahrzeugen, die Personen oder Güter befördern, brauchen eine Fahrerkarte. Sie wird zusammen mit dem digitalen Fahrtenschreiber genutzt. Auf der Karte werden Lenk- und Ruhezeiten sowie weitere Informationen für mindestens 28 Tage gespeichert.

Die deutsche Fahrerkarte ist hellblau und hat das Format einer Scheckkarte. Sie enthält einen Speicherchip, ein Foto und die persönlichen Angaben des Fahrers.

Um in Deutschland eine Fahrerkarte beantragen zu können, benötigen Sie diese Unterlagen:

  • einen EU-Kartenführerschein (wenn Sie eine deutsche Fahrerlaubnis haben) oder einen Führerschein aus einem EU-/EWR-Staat (eventuell mit beglaubigter Übersetzung),
  • einen Personalausweis (oder einen Reisepass zusammen mit einer Meldebescheinigung),
  • ein aktuelles biometrisches Passbild im Format 35 x 45 mm. Es zeigt Sie am besten vor hellem Hintergrund, ohne Kopfbedeckung und im Halbprofil.

Die Fahrerkarte ist fünf Jahre gültig. Sie müssen die Folgekarte spätestens 15 Werktage vor Ablauf neu beantragen. Dafür brauchen Sie die gleichen Unterlagen wie bei der Erstbeantragung. Die abgelaufene Fahrerkarte müssen Sie übrigens noch 28 Tage nach Ablauf dabei haben.

Ohne Fahrerkarte dank Handwerkerregelung

Wie bei jeder Regel gibt es auch bei der Fahrerkarte einige Ausnahmen. Eine ist die sogenannte „Handwerkerregelung“. Handwerker brauchen keine digitalen Fahrtenschreiber benutzen und damit auch keine Fahrerkarten, wenn

  • sie 100 km rund um ihren Firmensitz Materialien und Maschinen transportieren, die sie für die Arbeit brauchen,
  • das Fahren nicht ihre Hauptaufgabe ist ,
  • ihr Fahrzeug nicht schwerer als 7,5 Tonnen ist.

Firmenkarten für Fahrtenschreiber

Die Firmenkarte wird von der zuständigen Behörde des Mitgliedstaates, in dem das Unternehmen ansässig ist, an das Transportunternehmen ausgegeben. Sie wird zum Herunterladen der im Massenspeicher des Fahrtenschreibers gespeicherten Daten und zum Sperren der Daten dieses Unternehmens gegen unbefugten Zugriff durch Dritte verwendet. Die Karte zeichnet auch die Fahrt- und Ruhezeitdaten der verschiedenen Fahrzeuge auf, was die Verwaltung des Unternehmens erleichtert. Die Firmenkarte ist überwiegend gelb und enthält Angaben über das Unternehmen, das den Transport durchführt. Bevor ein Fahrzeug in Betrieb genommen wird, muss ein Unternehmen die Firmendaten in den Fahrtenschreiber stecken. Dies geschieht durch Einstecken der Firmenkarte in den Schlitz des Fahrtenschreibers und Befolgen der Anweisungen. Die Firmenkarte enthält maximal 230 Datensätze bezüglich des Sperrens und Herunterladens von Daten und folgt keinem, in der Verordnung festgelegten, administrativen Ablauf.

Kontrollkarten für Fahrtenschreiber

Strafverfolgungsbehörden müssen in der Lage sein, den korrekten Gebrauch des digitalen Fahrtenschreibers zu kontrollieren. Daher benötigen sie eine Kontrollkarte, wenn sie Kontrollen zur Durchsetzung der Rechtsvorschriften wie der Arbeitszeitrichtlinie und der Verordnungen über den Straßenverkehr (Arbeitszeit) durchführen. Die Fahrt- und Ruhezeiten können mit dieser Kontrollkarte ausgelesen werden, um diese Einhaltung zu überprüfen. Dies kann entweder über das Auslesen der Daten der Fahrerkarte oder der Daten des digitalen Fahrtenschreibers erfolgen. Die Kontrollkarten geben der Polizei und den Strafverfolgungsbehörden unbegrenzten Zugriff zu allen Informationen, die im digitalen Fahrtenschreibersystem gespeichert sind – selbst wenn eine Firma dies sperrt. Die Kontrollkarte ist überwiegend blau und kann bis zu 230 Aufzeichnungen von Kontrolldaten speichern. Diese Karte hat kein spezielles Ablaufdatum.

Werkstattkarten für Fahrtenschreiber

Eine Werkstattkarte ist eine überwiegend rote Karte, die für alle genehmigten zugelassene Werkstätten und/oder deren Monteure ausgestellt wird, um digitale Fahrtenschreiber zu installieren, aktivieren, kalibrieren, überprüfen und benötigte Daten von ihnen herunterzuladen. Sämtliche Änderungen am System werden für die Zukunft aufgezeichnet. Auf der Karte werden die Details des Kartenbesitzers und die Daten der letzten 88 Kalibrierungen mit dieser Karte gespeichert. Die Werkstattkarte wird nur einmal ausgestellt, ist mit einem PIN gesichert und für ein Jahr gültig. Dieser PIN-Code wird ebenfalls nur einmal ausgestellt. Eine Werkstatt kann mehrere Werkstattkarten besitzen. 

Die temporäre Fahrerkarte

Die temporäre Fahrerkarte ist für einen Fahrer aus einem Nicht-EU/EWR-Land vorgesehen, der bei einer holländischen Firma arbeitet. Die Karte wird ein Mal ausgestellt und gilt maximal 185 Tage.
Fahrer aus einem Nicht-EU/EWR-Land, die für eine holländische Firma arbeiten und professionelle Fahrten von Waren oder Personen mit einem Bus durchführen, brauchen eine temporäre Fahrerkarte.

Die temporäre Fahrerkarte ist eine persönliche Fahrtenschreiberkarte mit drei Funktionen:

  • Möglichkeit zur Identitätsfeststellung (mit Passbild auf der Karte)
  • Erlaubnis zum Zugriff auf den digitalen Fahrtenschreiber
  • Aufzeichnung der Fahrt- und Ruhezeiten.

Die maximale Gültigkeitsdauer dieser temporären Fahrerkarte hängt von der Dauer der Arbeitserlaubnis oder der Fahrerbescheinigung ab, aber die Karte gilt niemals länger als 185 Tage.

Wie man eine Fahrtenschreiberkarte erhält

Der Ausstellungsprozess für Fahrtenschreiberkarten digitaler Fahrtenschreiber ist von der Regulierung (ECC) n° 3821/85 und der AETR in der neusten Fassung reguliert. Er unterliegt der Verantwortung des jeweiligen Mitgliedsstaates. Die Mitgliedsstaaten sollen ihre eigenen Ausstellungsprozesse festlegen, die von Land zu Land variieren können. Um sicherzugehen, dass ein Bewerber nicht bereits eine andere Fahrerkarte besitzt, haben die europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten ein Netzwerk auf EU-Ebene entwickelt, das die nationalen Ausstellungsbehörden vernetzt. Das Ziel dieses Netzwerks, welches ‚TachoNET‘ heißt, ist es, die Daten, die sich auf Fahrerkarten beziehen, die ausgestellt, gestohlen, verloren oder eingezogen wurden, auszutauschen.

Verlorene, gestohlene oder kaputte Fahrerkarten

Der Fahrer muss sich binnen 7 Kalendertagen, nachdem die Fahrerkarte kaputt ging, verloren oder gestohlen wurde, für eine neue Karte bewerben. Die ausstellende Behörde muss eine Ersatzkarte binnen 5 Tagen ausstellen, nachdem sie eine gültige Bewerbung erhalten hat. In der Zwischenzeit muss der Fahrer die Daten seiner Fahrt- und Ruhezeiten ausdrucken, die am Ende der Fahrt in der Fahrzeugeinheit des Fahrtenschreibers aufgezeichnet wurden, muss seine persönlichen Daten hinzufügen und die Ausdrucke unterschreiben. Es ist einem Fahrer verboten (außer in manchen besonderen Umständen), für mehr als 15 Kalendertage ohne gültige Fahrerkarte zu fahren. Die ausstellenden Behörden verfügen über Berichte über ausgestellte, gültige und ungültige Karten und tauschen diese Daten via TACHOnet aus. Wenn Sie eine Karte verwenden, die als fehlerhaft, verloren oder gestohlen gemeldet wurde, wird das sofort auffallen.