Tachograph

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Der Tachograph ist ein im gewerblichen Verkehr vorgeschriebenes Gerät, das Informationen über die Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers sowie die Geschwindigkeit des Fahrzeugs aufzeichnet. Diese Systeme, die auch als Fahrtenschreiber bezeichnet werden, kommen in Lkw, Bussen und ähnlichen Fahrzeugen zum Einsatz. Die Informationen dienen als Nachweis, dass die gesetzlichen Regeln eingehalten werden.

Moderne Tachographen erfüllen jedoch nicht nur die Aufzeichnungspflicht, sondern liefern Ihnen auch wertvolle Daten für das Flottenmanagement. Gleichzeitig ist auch die Bedienung dieser Systeme komfortabler und sicherer geworden. Unabhängig von der verwendeten Art des Tachographen, kann eine App mit einer Checkliste zur Abfahrtkontrolle dabei helfen, die erforderlichen Kontrollen vor der Fahrt durchzuführen und dabei nichts zu vergessen.

Funktionen von Tachographen

Die zentrale Funktion eines Tachographen ist die Überwachung der Lenkzeiten der Fahrer. Darüber hinaus zeichnet der Tachograph auch die Geschwindigkeit des Fahrzeugs auf. Diese Information ist wichtig, um nachzuweisen, dass keine Geschwindigkeitsübertretungen stattfinden.

Darüber hinaus wird auch die Uhrzeit vom Tachographen festgehalten. Bei den alten Papierscheiben war eine Scheibe exakt für 24 Stunden konzipiert. Die Zeitleiste war bereits vorgedruckt, und der Tachograph drehte die Scheibe während der Aufzeichnung. Weiterhin erfolgt durch den Tachographen eine Aufzeichnung der Zeitgruppe. Dies bezeichnet den Status des Fahrers. Es wird unterschieden zwischen Pause, Arbeitsbereitschaft, Arbeit bei stehendem Fahrzeug und aktiver Lenkzeit. Der Fahrer muss abhängig vom Typ des Tachographen manuell zwischen den verschiedenen Zeitgruppen umschalten. Nur dann erfolgt eine korrekte Aufzeichnung. Diese Daten protokollieren Tachographen:

Moderne Systeme mit digitaler Technik zeichnen darüber hinaus noch viele weitere Daten auf. Dazu gehören unter anderem:

  • Werkstattdaten
  • Fahrzeugidentnummer
  • Kennzeichen des Fahrzeugs
  • Ereignisse
  • Kontroll- und Überwachungsaktivitäten
  • GPS-Position

Varianten von Tachographen

In der Praxis sind verschiedene Modelle von Tachographen im Einsatz. Grob unterschieden werden die Systeme in 2 Klassen. Dabei handelt es sich um:

  • mechanische Tachographen
  • digitale Tachographen

Die mechanischen Tachographen finden sich bei älteren Fahrzeugen. Seit dem 1. Mai 2006 ist der Einsatz von digitalen Tachographen bei Neufahrzeugen vorgeschrieben. Diese Regelung entstand durch die EU-Verordnung Nr. 561/2006.

Mechanische Tachographen

Mechanische Tachographen zeichnen die Daten auf Papierscheiben auf. Sie sind fahrerspezifisch, sodass bei 2 Fahrern auch 2 Scheiben im Wechsel zum Einsatz kommen. Deshalb sind die meisten mechanischen Tachographen für den Zweifahrerbetrieb ausgelegt. Hier sorgt eine Trennklappe dafür, dass 2 Tachoscheiben gleichzeitig ins Gerät eingelegt werden können. Eine Papierscheibe zeichnet die Daten von 24 Stunden auf. Ein Wechsel der Scheibe ist also täglich Pflicht. Es gibt hier noch die Unterscheidung zwischen manuellen und automatischen Geräten. Bei manuellen Tachographen stellt der Fahrer selbst den Modus für die Erfassung der Lenkzeiten um. Automatische Tachographen hingegen schalten selbstständig in den Fahrmodus. Dies geschieht, sobald sich das Fahrzeug bewegt. Der Vorteil ist, dass der Fahrer die Aktivierung der Lenkzeit nicht vergessen kann. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass bei einer Abladetätigkeit fälschlicherweise eine Pause aufgezeichnet wird.

Die modernen digitalen Tachographen

Digitale Tachographen protokollieren alle Informationen auf speziellen Speichermodulen. Der Zugriff wird durch ein Siegel verhindert. Ein digitaler Tachograph speichert Daten über 365 Tage hinweg auf diesen Modulen. Darüber hinaus gibt es Chipkarten, die an einen Fahrer gekoppelt sind. Darauf speichern die digitalen Tachographen die Fahrdaten über einen Zeitraum von 28 Tagen.

Digitale Systeme haben somit den Vorteil, dass die Daten über einen viel längeren Zeitraum gesammelt werden. Der tägliche Wechsel der Papierscheiben ist nicht erforderlich. Auch stellen diese Systeme die Daten in Echtzeit bereit. Informationen lassen sich an einem Smartphone anzeigen oder an die zentrale Software übertragen. Das vereinfacht das Flottenmanagement und liefert den Disponenten wertvolle Informationen.

Smart Tacho – die Weiterentwicklung der digitalen Tachographen

Sowohl neue Vorschriften als auch der technische Fortschritt sorgen dafür, dass die Entwicklung bei den Tachographen immer weitergeht. Die neueste Generation der Smart Tachos stellt weitere Informationen bereit. Damit werden die smarten Tachographen zu einem hilfreichen Teil des Fleetmanagements. Über eine Verbindung zum globalen Navigationssystem ist der aktuelle Standort der Fahrzeuge verfügbar, der über das Mobilfunknetz an die Logistik übermittelt wird. Mit der Tacho 360 Lösung haben Sie eine vollumfassende Lösung für Ihre Fahrtenschreiberdaten.

Mit dem 15. Juni 2019 wurden die Vorschriften für digitale Tachographen in der Europäischen Union aktualisiert. Seitdem gibt es die Smart Tachos der 2. Generation, die über weitere Funktionen verfügen. Teil dieser Novelle sind verbesserte KITAS-Sensoren. Diese dokumentieren die Geschwindigkeit des Fahrzeugs und bieten einen erhöhten Manipulationsschutz.

Darüber hinaus verfügen Smart Tachos über eine Dedicated Short Range Communication (DSCR). Damit können Sie remote und kontaktlos die Fahrerkarte auslesen. Kontrollen der Polizei erfolgen so, ohne dass ein direkter Zugriff auf das Fahrzeug oder den Tachographen notwendig ist.

Modulare Tachographen als Zwischenschritt

Einen Zwischenschritt stellen die modularen Tachographen dar. Sie wurden ab den 1990er-Jahren verbaut. Sie gehören ebenfalls zur Klasse der mechanischen Tachographen, arbeiten also auch mit Papierscheiben. Der Unterschied ist, dass der Einbau getrennt von der Tachoscheibe vonstattenging. Modulare Tachographen ähneln deshalb optisch Radiogeräten und sind auch in solchen Einbauschächten montiert. Der Vorteil dieser Systeme zeigte sich vor allem bei kleineren Transportern, denn der Einbau war einfacher und günstiger. Auch sind die modularen Tachographen schwerer zu manipulieren. Der Nachteil dieser Systeme ist die höhere Anfälligkeit für Störungen. Durch die Positionierung der Geräte, die nun außerhalb des Sichtfelds liegt, kommt es eventuell dazu, dass der Fahrer vergisst, die Lenkzeitpausen oder die Arbeitszeit korrekt einzustellen. Einige modulare Tachographen verfügen deshalb über eine Warnanzeige oder eine Textausgabe. Diese erinnern den Fahrer immer daran, die Einstellung korrekt vorzunehmen.

Das EG-Kontrollgerät: Die europäische Version des Tachographen

Seit dem 1. Oktober 2011 ist in vielen Fällen der Einbau eines Fahrtenschreiber Pflicht. Es handelt sich um einen digitalen Tachographen, der die Anforderungen der EU-Verordnungen erfüllt. Ab 2019 gilt, dass diese Kontrollgeräte auch über ein System für die Erfassung von GPS-Positionen verfügen müssen. Eine weitere Änderung ab dem Sommer 2023 schreibt vor, dass das Kontrollgerät Ortspunkte bei bestimmten Aktionen speichert. Dies sind Grenzüberquerungen sowie Be- und Entladungen. Das EU-Gesetz sieht zusätzlich eine Nachrüstpflicht vor. Bis zum Januar 2025 müssen alle gewerblichen Fahrzeuge, die im grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt werden, mit einem digitalen EG-Kontrollgerät ausgestattet sein.

Wochenschreiber bilden eine Ausnahme

In bestimmten Situationen ist der Einsatz eines EG-Kontrollgeräts weiterhin nicht vorgeschrieben. Dies gilt vor allem bei kürzeren Fahrten in der Nähe Ihres Firmensitzes. Der Linienbusverkehr mit Streckenlängen von unter 50 Kilometern ist beispielsweise eine solche Ausnahme. Die Fahrer unterliegen dabei nur einer

Aufzeichnungspflicht der Lenk- und Ruhezeiten für LKW. Dem lässt sich mit einem reinen Wochenschreiber nachkommen. Hier sind nach wie vor analoge Systeme im Einsatz. Sie zeichnen über einen Zeitraum von 7 Tagen die Lenk- und Ruhezeiten auf. Es erfolgen jedoch keine fahrerbezogenen Aufzeichnungen. Da es gerade im Linienverkehr zu planmäßigen Wechseln kommt, ist dies nicht erforderlich und würde für einen unnötigen Aufwand sorgen. Inzwischen gibt es auch hier digitale Lösungen, die zunehmend verbaut werden.

Gesetzliche Vorschriften zum Einsatz von Tachographen

Schon seit den 1950er-Jahren ist es Vorschrift, Daten über die Lenk- und Ruhezeiten von Fahrern zu erfassen. Der Einsatz eines modernen Tachographen ist durch die EU-Verordnung Nr. 561/2006 vorgeschrieben. Das nationale Recht in Deutschland ist die Fahrpersonalverordnung, die in § 57a der StVZO verankert ist. Vorgeschrieben ist der Einsatz eines digitalen Tachographen, der die Anforderungen an die EG-Kontrollgeräte erfüllt. Der Einbau ist Pflicht, wenn Ihr Fahrzeug ein zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen erreicht und für die gewerbliche Beförderung von Gütern oder den Personentransport ab 9 Passagieren eingesetzt wird. Eine Ausnahme gilt, wenn sich Ihr Fahrzeug nicht weiter als 100 Kilometer vom Firmenstandort entfernt. Die folgenden Pflichten gelten bezüglich der Dokumentation der Daten:

  • Fahrerkarten müssen spätestens alle 28 Tage ausgelesen werden.
  • Daten der Fahrzeuge sind spätestens alle 3 Monate auszulesen.
  • Alle ausgelesenen Daten sind separat zu archivieren und müssen mindestens 1 Jahr aufbewahrt werden.

Abweichungen bei älteren Tachographen mit Papierscheiben

Sofern noch ein System mit analogen Fahrerkarten zum Einsatz kommt, gelten abweichende Regelungen. So sind die Tachoscheiben 1 Jahr aufzubewahren. Erfolgt mit den Tachoscheiben gleichzeitig ein Nachweis über die Arbeitszeit, beträgt die Aufbewahrungszeit 2 Jahre. Dies betrifft Fahrzeuge, die vor dem 1. Mai 2006 zugelassen wurden.

Quellen:

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