aktualisiert am 25.11.2025
Lebensrettende Informationen für den Notfall
Bei einem schweren Verkehrsunfall zählt jede Sekunde. Wenn Personen im Fahrzeug eingeklemmt sind, stehen Rettungskräfte vor der Herausforderung, sie schnell und sicher zu befreien. Jedes Auto ist in Bauweise und Aufbau unterschiedlich, und moderne Fahrzeuge werden durch Sicherheitstechnologien und hochfeste Materialien immer komplexer. Da sich Feuerwehr und Sanitäter nicht zwangsläufig mit den Besonderheiten aller Hersteller und Modelle auskennen, können beim Befreiungsversuch schlimmstenfalls lebensbedrohliche Komplikationen auftreten.
In solchen Situationen ist eine Rettungskarte überaus hilfreich. Es handelt sich dabei um ein Rettungsdatenblatt, das dem Betrachter verrät, wie das Fahrzeug genau aufgebaut ist und wo die Besonderheiten liegen. Aufgrund dieser Informationen gelingt es Rettungskräften, Personen schnell und sicher aus dem Pkw oder Lkw zu befreien. Viele Fahrzeughersteller bieten kostenlose Rettungskarten an, die im Fahrzeug sicher und leicht zugänglich aufbewahrt werden sollten.
Warum ist das Vorhandensein einer Rettungskarte so wichtig?
Jeder Autofahrer hofft, niemals in einen schweren Verkehrsunfall zu geraten. Das gilt für Privatleute ebenso wie für diejenigen, die Tag für Tag aus beruflichen Gründen auf den Straßen unterwegs sind. Da Unfälle aber nie ausgeschlossen werden können, raten Experten dazu, für den Fall der Fälle immer gut vorbereitet zu sein. Dazu gehört eine angemessene Sicherheitsausstattung, die neben einem Erste-Hilfe-Kasten auch eine Rettungskarte beinhaltet.
Die Rettungskarte informiert Rettungskräfte auf übersichtliche und gut verständliche Weise über den Aufbau des Fahrzeugs. Treffen Sanitäter und Feuerwehrleute an der Unfallstelle ein und sind mit einer oder mehreren im Auto eingeschlossenen Personen konfrontiert, dann muss ein Plan erstellt werden, sie rasch zu befreien. Dazu muss das Fahrzeug oftmals mithilfe von Spezialwerkzeug aufgeschnitten werden.
Gefahren bei der Rettung ohne Rettungskarte:
Ohne genaue Kenntnisse über den Aufbau des Automobils kann es geschehen, dass versehentlich:
- Eine Benzin- oder Gasleitung getroffen wird
- Ein Airbag ausgelöst wird
- Hochvolt-Stromleitungen bei Elektro- oder Hybridfahrzeugen beschädigt werden
- Gurtstraffer aktiviert werden
- Hochfeste Stahlverstärkungen das Rettungswerkzeug beschädigen oder unwirksam machen
Dies kann für den Eingeschlossenen und die Rettungskräfte unter Umständen lebensbedrohliche Folgen haben und muss in jedem Fall vermieden werden.
Ist in dieser Situation eine Rettungskarte vorhanden, dann können die Einsatzkräfte sie einsehen und ihre Rettungsmaßnahmen an das Fahrzeugmodell anpassen. Damit erhöhen sich die Effizienz, die Schnelligkeit und die Sicherheit vor Ort, was im Zweifelsfall das Leben der verunfallten Person retten kann.
Besondere Bedeutung bei modernen Fahrzeugen:
Moderne Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb stellen besondere Anforderungen an die Rettungskräfte:
- Hochvoltsysteme: Antriebsbatterien können unter Spannung stehen und müssen vor der Rettung deaktiviert werden
- Hochvolt-Stromleitungen: Diese dürfen auf keinen Fall durchtrennt werden
- Wasserstofftanks: Bei Brennstoffzellenfahrzeugen müssen besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden
- Komplexe Elektronik: Zahlreiche Steuergeräte und Sensoren erfordern spezifisches Wissen
Die Rettungskarte zeigt genau, wo sich diese kritischen Komponenten befinden und wie das System sicher abgeschaltet werden kann.
Welche Informationen sind auf der Rettungskarte zu sehen?
Rettungskarten gibt es seit dem Jahr 2009. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) entwickelte zusammen mit der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) das Konzept der Rettungskarte, um zur Sicherheit beizutragen und das Retten verunfallter Personen zu vereinfachen. Gemeinsam mit dem ADAC wurde die Idee weiterverfolgt und ausgebaut.
Das Ziel ist es, Rettungskarten für alle Fahrzeughersteller und Modelle zur Verfügung zu stellen. Noch ist dieses Ziel nicht erreicht. Es stehen aber bereits zahlreiche Karten für Pkw und Lkw von VW, BMW, Audi, Skoda und vielen anderen Herstellern zur Verfügung.
Standardisierter Aufbau:
Rettungskarten folgen einem einheitlichen, standardisierten Aufbau:
- Schematische Darstellung: Seitenansicht und Vogelperspektive des Fahrzeugs
- Farbcodierung: Unterschiedliche Baugruppen sind in verschiedenen Farben dargestellt
- Format: DIN A4 für einheitliche Handhabung
Dargestellte Fahrzeugkomponenten:
Rettungsleitfäden enthalten eine Skizze zum Aufbau des Modells sowie detaillierte Angaben zu den folgenden wichtigen Merkmalen:
Antrieb und Kraftstoff:
- Kraftstofftank
- Gasgenerator
- Hochvoltbatterie (bei Elektro-/Hybridfahrzeugen)
- Hochvolt-Stromleitungen
- Wasserstofftank (bei Brennstoffzellenfahrzeugen)
Sicherheitssysteme:
- Airbags (Front-, Seiten-, Kopfairbags)
- Gurtstraffer
- Überrollschutz
- Seitenaufprallschutz
Technische Komponenten:
- Autobatterie (12V)
- Steuergeräte
- Gasdruckdämpfer
Struktur:
- Karosserieverstärkungen (hochfester Stahl)
- Geeignete Schneidstellen für Rettungsgeräte
- Bereiche, die vermieden werden müssen
Die einzelnen Baugruppen werden zur besseren Übersicht in unterschiedlichen Farben dargestellt. Wichtig: Beim Ausdrucken der Rettungskarte ist es daher zwingend erforderlich, diese farbig auszudrucken. Nur so können die Rettungskräfte auf einen Blick alle relevanten Informationen erfassen. Der Ausdruck sollte in Originalgröße (DIN A4) erfolgen.
Die Rettungskarte gut zugänglich im Fahrzeug aufbewahren
Das Vorhandensein einer Rettungskarte allein genügt bei einem Unfall nicht, um einen reibungslosen und sicheren Ablauf der Rettungsmaßnahmen zu gewährleisten. Da nicht alle Fahrzeuge standardmäßig mit einer Rettungskarte ausgestattet sind, wissen die Rettungskräfte oftmals nicht, dass sich dieses wichtige Hilfsmittel im Auto befindet. Es ist daher dringend anzuraten, einen Hinweis gut sichtbar zu platzieren.
Der richtige Aufbewahrungsort:
Sonnenblende auf der Fahrerseite: Dies ist der international standardisierte und allen Rettungskräften weltweit bekannte Ort für die Rettungskarte.
Vorteile dieses Aufbewahrungsortes:
- Schnell und einfach erreichbar
- Bleibt auch bei starken Unfallschäden meist an Ort und Stelle
- International einheitlich: Rettungskräfte wissen sofort, wo sie suchen müssen
- Mit nur einem Handgriff entnehmbar
Richtige Faltung: Falten Sie die Rettungskarte mit der bedruckten Seite nach außen, damit sie leicht als Rettungskarte erkennbar ist.
Aufkleber für schnelle Erkennbarkeit:
Zu diesem Zweck werden Rettungskarten-Aufkleber angeboten. Sie werden auf der Windschutzscheibe angebracht und informieren auf einen Blick, dass sich im Pkw oder Lkw eine Rettungskarte befindet.
Position des Aufklebers:
- Links am oberen oder unteren Rand der Windschutzscheibe
- Außerhalb des direkten Sichtbereichs des Fahrers
- Gut sichtbar für Rettungskräfte von außen
Rettungskarten-Aufkleber gibt es kostenlos beim TÜV, bei DEKRA oder beim ADAC.
Wo bekommen Autofahrer eine Rettungskarte für ihr Fahrzeug?
Wer in seinem Privatfahrzeug oder seinem Dienstwagen eine Rettungskarte platzieren möchte, hat unterschiedliche Möglichkeiten, diese zu beziehen.
Bezugsquellen:
1. Direkt beim Fahrzeughersteller:
- Auf dem Postweg anfordern
- Über das Autohaus beziehen
- Bei der Fachwerkstatt erfragen
2. Online-Download:
- Auf der Webseite des jeweiligen Herstellers
- Kostenloser Download als PDF-Datei
- Anschließend selbst ausdrucken (farbig, DIN A4)
3. ADAC:
- Geschäftsstellen helfen beim Bezug
- Umfassende Sammlung verschiedener Hersteller
Kosten: Beide Varianten sind für Fahrzeughalter völlig kostenlos, da sie bei einem Unfall potenziell lebensrettend sein können.
Liste wichtiger Hersteller:
Rettungskarten sind unter anderem verfügbar für:
- VW (Volkswagen)
- BMW
- Audi
- Skoda
- Mercedes-Benz
- Opel
- Ford
- Toyota
- Und viele weitere Hersteller
Tipp: Nutzen Sie die Herstellerwebsite oder fragen Sie direkt bei Ihrem Händler nach der passenden Rettungskarte für Ihr spezifisches Fahrzeugmodell und Baujahr.
Rettungskarte per QR-Code: Einfaches Abrufen einer digitalen Rettungskarte
Im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung stehen in einigen Neufahrzeugen bereits Rettungskarten per QR-Code bereit. Der Code befindet sich hier im Tankdeckel und wird mithilfe einer mobilen App mit dem Smartphone ausgelesen.
Voraussetzungen für digitale Rettungskarten:
- Vorhandensein der entsprechenden App
- Bestehende Internetverbindung
- Lesbare Kennzeichen (für Abruf über Leitstelle)
- Entsprechende technische Ausstattung der Rettungskräfte
Nachteile rein digitaler Lösungen:
- Funklöcher können den Abruf verhindern
- Zeitverzögerung beim Anfordern über die Leitstelle
- Abhängigkeit von Technik und Internetverbindung
- Kennzeichen müssen nach Unfall noch lesbar sein
Warum die Papier-Rettungskarte weiterhin wichtig ist:
Auch in Zeiten der Digitalisierung ist die Papier-Rettungskarte nicht überholt:
- Sofortige Verfügbarkeit: Keine Wartezeit, keine technischen Hürden
- Unabhängig: Funktioniert ohne Strom, Internet oder Mobilfunk
- Zuverlässig: Kann nicht durch technische Probleme ausfallen
- Schnell: Rettungskräfte können direkt zugreifen
Nachrüstung älterer Fahrzeuge:
Es ist zu erwarten, dass in Zukunft immer mehr Fahrzeughersteller und auch Rettungskräfte auf digitale Rettungskarten setzen werden. Insofern kann es nicht schaden, Automobile mit einem QR-Code nachzurüsten. Die Aufkleber können ähnlich wie die analogen Rettungskarten-Hinweise beim Hersteller selbst bezogen und im Tankdeckel angebracht werden. So lassen sich auch ältere Pkw und Lkw mit einer digitalen Karte versehen.
Empfehlung: Nutzen Sie beide Systeme parallel, die bewährte Papier-Rettungskarte hinter der Sonnenblende und den QR-Code als digitale Ergänzung.
Regelmäßige Aktualisierung der Rettungskarte
Um stets die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten, ist es ratsam, die Rettungskarte regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen.
Wann sollte die Rettungskarte aktualisiert werden?
Jährliche Überprüfung: In der Regel wird empfohlen, das Rettungsdatenblatt einmal jährlich zu überprüfen.
Sofortige Aktualisierung erforderlich bei:
- Umbauten am Fahrzeug
- Nachrüstung von Sicherheitssystemen
- Installation neuer Technologien (z.B. Gasanlage)
- Strukturellen Änderungen an der Karosserie
- Einbau alternativer Antriebssysteme
Wichtig: Nach jeder wesentlichen Veränderung am Fahrzeug sollten Sie prüfen, ob eine aktualisierte Rettungskarte beim Hersteller verfügbar ist.
Rettungskarten im Fuhrpark
In einem Fuhrpark ist es besonders sinnvoll, alle vorhandenen Fahrzeuge mit Rettungskarten auszustatten. Dies erhöht die Sicherheit der Nutzer erheblich und erleichtert Rettungskräften ihre Arbeit im Ernstfall.
Vorteile im gewerblichen Bereich:
Für Unternehmen:
- Erfüllung der Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeitern
- Positive Außenwirkung bei Sicherheitsbewusstsein
- Minimierung von Unfallfolgen
- Schnellere Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit von Fahrzeugen
Für Flottenmanager:
- Einfache Umsetzung durch zentrale Beschaffung
- Überschaubare Kosten (kostenlose Rettungskarten)
- Dokumentation der Sicherheitsmaßnahmen
- Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts
Weitere Sicherheitsmaßnahmen im Fuhrpark:
Neben einer digitalen Rettungskarte für die Firmenflotte gibt es weitere Möglichkeiten, sich als Firma modern und zuverlässig aufzustellen und dabei die Einhaltung von Gesetzen sicherzustellen. Unternehmen, die Fahrer beschäftigen, werden per Gesetz dazu verpflichtet, dass sie regelmäßig die Fahrerkarte auslesen.
Die Tacho 360™ Lösung von FleetGO vereinfacht diesen Prozess für Flottenmanager. Mit dieser Lösung können Sie ganz einfach den Fahrtenschreiber auslesen und auf Verstöße überprüfen. Dafür können Sie die Daten jederzeit remote einsehen und herunterladen.
Ist die Rettungskarte Pflicht?
Nein, in Deutschland besteht derzeit keine gesetzliche Pflicht, eine Rettungskarte im Fahrzeug mitzuführen.
Dringende Empfehlung trotz fehlender Pflicht:
Sicherheitsexperten und alle relevanten Organisationen (ADAC, Feuerwehr, TÜV, DEKRA) empfehlen jedoch dringend allen Autofahrern, eine Rettungskarte im eigenen Interesse im Fahrzeug mitzuführen.
Gründe für die Mitführung:
- Kann im Notfall Leben retten
- Verkürzt die Rettungszeit erheblich
- Schützt Rettungskräfte vor Gefahren
- Ist völlig kostenlos
- Stört nicht im Fahrzeug
- Benötigt nur wenige Minuten zur Beschaffung
Fazit: Auch wenn keine Pflicht besteht, ist die Mitführung einer Rettungskarte eine sinnvolle und einfache Maßnahme zur Erhöhung der eigenen Sicherheit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist die Rettungskarte Pflicht?
Nein, es besteht keine gesetzliche Pflicht. Allerdings wird die Mitführung von Sicherheitsexperten dringend empfohlen.
Wo bekomme ich eine Rettungskarte für mein Fahrzeug?
Die Rettungskarte wird kostenlos vom jeweiligen Autohersteller zur Verfügung gestellt. Oft können Sie diese auch auf der Internetseite des Herstellers herunterladen.
Wo sollte ich die Rettungskarte aufbewahren?
Hinter der Sonnenblende auf der Fahrerseite, dies ist der international standardisierte Ort, den alle Rettungskräfte kennen.
Muss ich die Rettungskarte farbig ausdrucken?
Ja, unbedingt! Die verschiedenen Baugruppen sind farblich gekennzeichnet. Ein Schwarz-Weiß-Ausdruck würde wichtige Informationen unkenntlich machen.
Wie oft sollte ich die Rettungskarte aktualisieren?
Mindestens einmal jährlich und immer dann, wenn Sie Umbauten oder Nachrüstungen am Fahrzeug vornehmen.
Gibt es Rettungskarten auch für ältere Fahrzeuge?
Die meisten Hersteller bieten Rettungskarten für Modelle ab etwa 2009 an. Für ältere Fahrzeuge gibt es teilweise noch keine Karten. Fragen Sie direkt beim Hersteller nach.
Brauche ich trotz QR-Code noch eine Papier-Rettungskarte?
Ja, die Papierversion wird weiterhin empfohlen, da sie sofort verfügbar ist und nicht von Technik, Internet oder Mobilfunk abhängt.
Was kosten Rettungskarten und Aufkleber?
Beides ist völlig kostenlos erhältlich.
Wo bringe ich den Aufkleber an?
Links am oberen oder unteren Rand der Windschutzscheibe, außerhalb des direkten Sichtbereichs des Fahrers.
Gilt die Rettungskarte auch für Lkw?
Ja, es gibt spezielle Rettungsleitfäden für Lkw, die ebenfalls kostenlos bei den Herstellern erhältlich sind.
Quellen:
Disclaimer:
Die kostenlosen und frei zugänglichen Inhalte dieser Webseite wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Der Anbieter dieser Webseite übernimmt jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten kostenlosen und frei zugänglichen journalistischen Ratgeber und Nachrichten.
Diese Website enthält Verknüpfungen zu Websites Dritter („externe Links“). Diese Websites unterliegen der Haftung der jeweiligen Betreiber. Der Anbieter hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der verknüpften Seiten. Das Setzen von externen Links bedeutet nicht, dass sich der Anbieter die hinter dem Verweis oder Link liegenden Inhalte zu eigen macht.
vollständiger Disclaimer