Telematik

aktualisiert am 29.09.2025

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Was ist Telematik?

Telematik ist eine Kombination aus Telekommunikation und Informatik. Der Begriff bezeichnet Systeme, die Fahrzeugdaten und andere digitale Informationen sammeln, über Funknetze übertragen und auf zentralen Plattformen auswerten. Der Begriff wurde erstmals im Jahr 1978 in einer Studie zur Informatisierung verwendet. Mit zunehmender Elektronik in Nutzfahrzeugen wächst die Menge verfügbarer Daten: Sensoren verbinden sich mit zentralen Systemen, um vielfältige Informationen zu liefern

Telematik

Welche Daten gehören zum Bereich der Telematik?

Grundsätzlich gehören zu den Telematikdaten alle Informationen, die in digitaler Form vorliegen. Durch die zunehmende Elektronik in Fahrzeugen und LKW nimmt auch die Menge an verfügbaren Informationen zu. Immer mehr Bereiche und Komponenten sind über Sensoren an ein zentrales System angebunden. Dieses übernimmt dann die Erfassung und Übertragung der Telematikdaten.

Telematiklösungen im Fuhrpark liefern typischerweise:

  • Kilometerstände
  • Kraftstoffverbrauch
  • Motordrehzahl
  • Batterieladezustand (SoC)
  • Reifendruck
  • u. a. Zustand von Türen, Kühlung, Temperatur (bei Kühltransporten)

Mit fortgeschrittenen Systemen kann auch Ladegerätstatus, CAN/FMS-Daten oder andere Fahrzeug-Subsystemdaten einfließen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Informationen, die ein Telematiksystem erfassen kann. Auf unserer Webseite gehen wir näher auf Telematik-Daten ein.

Wer nutzt Telematiklösungen?

Diese technischen Systeme kommen vor allem in Speditionen und Logistikunternehmen sowie bei selbständigen Fahrern mit eigenem Lkw zum Einsatz. In diesen Bereichen ermöglichen beziehungsweise unterstützen die Telematiksysteme das Flotten- und Fuhrparkmanagement.

Welche Telematiklösungen kommen in der Praxis zum Einsatz?

Es gibt verschiedene Lösungen in der Telematik. Abhängig vom System sammeln und übermitteln die Plattformen unterschiedliche Arten von Daten. Dies sind einige der Telematiksysteme, die im Bereich der Logistik zum Einsatz kommen:

Diese Telematiklösungen greifen auf unterschiedliche Daten zu. OBD ist ein System für die On-Board-Diagnose. Es sammelt vor allem Informationen über den Motor oder das Abgassystem. EBS ist hingegen ein System aus dem Bereich der Trailer-Telematik. Es greift ausschließlich auf Daten von Trailern der Lkw zu. Beispielsweise überwacht EBS im Rahmen der Temperaturüberwachung, ob die Türen an Kühlaufliegern geschlossen sind, und sendet die Temperatur im Innenraum an das System. FMS ist ein standardisiertes und herstellerunabhängiges System für die Erfassung von Fahrzeugdaten. Informationen über FMS und die Daten sind auf unserer Webseite zu finden.

Komponenten eines Telematiksystems

Ein Telematiksystem besteht aus mehreren zusammenwirkenden Bausteinen:

  1. Hardware & Sensorik
    Geräte wie OBD-Stecker, Trailer-Sensoren oder CAN-Module sammeln Daten direkt im Fahrzeug.
  2. Kommunikationstechnik
    Die gesammelten Daten werden über Mobilfunknetze (z. B. 4G/5G) versendet. Hierzu werden SIM-Karten und Datentarife benötigt.
  3. Software / Plattform
    Die empfangenen Daten werden zentral aggregiert, visualisiert und ausgewertet – meist über Cloud- oder Serverlösungen. Nutzer greifen über Dashboards, Apps oder Webportale darauf zu.

Diese drei Schichten (Hardware, Übertragung, Software) schaffen ein integriertes System, in dem Daten fast in Echtzeit zur Verfügung stehen.

Die Hardware und Technik in Telematiklösungen

Die Hardware von Telematikdiensten wird direkt in dem Fahrzeug angebracht, von dem die Daten gesammelt werden sollen. Im Fall von OBD und EBS handelt es sich um kleine Stecker, die direkt an Schnittstellen im Fahrzeug installiert werden. Auf diesem Weg haben die Telematiklösungen direkten Zugriff auf die Quelle der Daten.

In diesen Steckern und anderer Hardware für die Telematik ist dann auch Technik verbaut, die für die Datenfernübertragung zuständig ist. Sie nutzt in der Regel das Mobilfunknetz für die Datenübertragung. Damit ist es möglich, faktisch weltweit eine Verbindung zum Internet herzustellen. Die Telematiklösung tut dies selbständig in einem vorkonfigurierten Zeitabstand. Zum Betrieb ist eine SIM-Karte mit Datenvolumen erforderlich. Über diese Datenverbindung mit dem Internet erfolgt dann die Übertragung der Informationen.

Darüber hinaus gehören teilweise noch andere Hardware-Komponenten zu diesen Systemen. Dies kann beispielsweise ein GPS-Empfänger zur GPS-Ortung sein. Er ergänzt die Telematikdaten. So wird neben den Fahrzeuginformationen auch die aktuelle Position übermittelt.

Software für Telematikdienste

Die dritte Komponente ist die Software. Spezielle Software gehört zu jedem Telematiksystem dazu. Sie wird beispielsweise zentral auf einem Server installiert oder von einem Dienstleister über die Cloud bereitgestellt. Die Software ist mit den einzelnen Fahrzeugen verbunden, die über eine Telematiklösung verfügen. Ein Telematiksystem kann aus einer Vielzahl von einzelnen Endpunkten bestehen. Alle Daten fließen dann zentral in der Software zusammen.

Auf dem Dashboard dieser Telematik-Software sind dann alle Informationen übersichtlich zu sehen. Hier findet sich eine Liste mit allen verbundenen Fahrzeugen sowie deren Status. Die einzelnen Fahrzeuge lassen sich auswählen, was den Zugang zu den detaillierten Informationen freigibt. So ist über eine Telematik-Plattform die zentrale Kontrolle von Fahrzeuginformationen in Echtzeit möglich. Weitere Informationen über Telematik-Plattformen wie FleetGO finden Sie auf unserer Webseite.

Welche Vorteile bietet der Einsatz von Telematik in der Praxis?

Telematik bringt zahlreiche Nutzen im Fuhrparkalltag:

  • Echtzeitüberwachung von Fahrzeugzustand und Standort
  • Fehler- und Diagnose-Hinweise aus der Ferne
  • Effizientere Disposition und Routenplanung
  • Auswertung von Fahrverhalten, Kraftstoffverbrauch und Auslastung
  • Integration mit Compliance-Lösungen, z. B. automatische Auslesung von Tachographen oder Fahrerkarte
  • Reduktion von Betriebskosten durch frühzeitige Interventionen

Gibt es gesetzliche Vorgaben zur Nutzung von Telematik?

Die Einführung von digitalen Tachographen und der Pflicht für Fahrtenschreiber hat auch die Telematik beeinflusst. Am 15. Juni 2019 trat die neue Verordnung (EU) Nr. 165/2014 über Tachographen in der EU in Kraft. Sie sieht vor, dass neu zugelassene Fahrzeuge über eine standardisierte DSRC-Schnittstelle verfügen müssen, wenn sie unter die Aufzeichnungspflicht fallen. Das DSRC-System gehört ebenfalls zu den Telematiklösungen. Mit dem Zugriff auf die Telematikdaten im Nahfeldbereich kann die Polizei die Fahrerkarte auslesen. Somit ist die Fahrtenschreiberanalyse auch aus einigen Metern Abstand zum Fahrzeug möglich. Dies erlaubt Kontrollen der Daten, ohne den Lkw zu stoppen.

Quellen:


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